Tijuana – Ein weiterer Konvoi mit Migranten aus zentralamerikanischen Ländern ist an der US-mexikanischen Grenze eingetroffen. Die Gruppe von mindestens 150 Menschen erreichte am Sonntag die mexikanische Grenzstadt Tijuana.

Sie gehören zu einem Konvoi aus ehemals mehr als tausend Menschen, der sich ursprünglich Ende März auf den Weg von Mexikos Südgrenze Richtung USA gemacht hatte, sich seither aber zerstreute. "Wir müssen weiterhin um Asyl bitten und hoffen, dass die US-Regierung die Tore öffnet", sagte die 52-jährige Reyna Isabel Rodriguez, die mit zwei Enkelkindern aus El Salvador kam, der Nachrichtenagentur AFP.

Mindestens 150 Migranten aus Zentralamerika, die Teil eines Protestzuges sind, erreichten am 29. April die Grenze zwischen Mexiko und den USA.
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Washington drohte, Migranten festnehmen zu lassen

Rund 30 der Migranten kletterten den Grenzzaun hinauf und skandierten Slogans über die Schwierigkeiten von Flüchtlingen. "Wir wollen dem Präsidenten der USA sagen, dass wir keine Kriminellen und keine Terroristen sind, dass er uns die Möglichkeit gibt, ohne Angst zu leben", sagte Irineo Mujica von der Menschenrechtsgruppe "Menschen ohne Grenzen", welche den Konvoi organisierte. Auf der US-Seite waren Grenzbeamte zu sehen, die die Migranten beobachteten.

Demonstranten sammelten sich auf beiden Seiten der Grenze.
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Medienberichte über den ursprünglichen Konvoi hatten scharfe Reaktionen auf Twitter von US-Präsident Donald Trump ausgelöst, der tausende Soldaten der Nationalgarde an die Grenze beorderte, um illegale Einwanderer zu stoppen. Als sich die Aktion zu einem diplomatischen Konflikt zwischen Mexiko und den USA ausweitete, wurde sie von "Menschen ohne Grenzen" gestoppt. Rund 600 Migranten setzten ihre Reise jedoch mehr oder weniger geschlossen mit Bussen oder Zügen fort. Bereits am Dienstag war ein Konvoi mit rund hundert Migranten in der mexikanischen Grenzstadt Mexicali eingetroffen.

Aufnahme einer Frau, die mit ihrem Kind am Protestzug teilnimmt.
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Das US-Heimatschutzministerium richtete eine scharfe Warnung an die Menschen. Washington drohte, die Migranten im Falle eines Grenzübertritts festnehmen zu lassen. (APA, AFP, 30.4.2018)