Die wirtschaftliche Lage Venezuelas hat sich unter Präsident Nicolás Maduro weiter verschlechtert.

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Caracas – Fast 13.800 Prozent – das ist die Höhe der Inflation in Venezuela im April im Jahresvergleich. Das von der Opposition kontrollierte Parlament des ölreichen Landes gab den Wert am Montag bekannt und bestätigte damit ähnliche Schätzungen von Experten. Die Inflationsrate gegenüber dem April 2017 betrage 13.779 Prozent, hieß es in einem Bericht der Parlamentskommission für Finanzen und wirtschaftliche Entwicklung.

"Wir sind das Land mit der höchsten Hyperinflation weltweit", sagte der Abgeordnete und Kommissionsvorsitzende Rafael Guzmán bei einer Pressekonferenz. "Wir benötigen eine neue Steuer- und Wechselkurspolitik, um die Währung zu stabilisieren."

Regierung veröffentlicht keine Zahlen mehr

Das Parlament gibt die Inflationsrate seit dem vergangenen Jahr heraus, nachdem die Regierung von Präsident Nicolás Maduro die Veröffentlichung offizieller Zahlen eingestellt hatte. Demnach erhöhten sich die Preise im April im Vergleich zum Vormonat um 80,1 Prozent.

IWF erwartet weitere Teuerung

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass Venezuela die Marke von 13.800 Prozent bei der jährlichen Inflation heuer noch überschreiten wird. In Venezuela herrscht derzeit eine schwere Wirtschaftskrise, außerdem tobt ein Machtkampf zwischen der Maduros linksnationalistischer Regierung und der Mitte-rechts-Opposition.

Der wirtschaftliche Niedergang hängt eng mit dem stark schwankenden Ölpreis zusammen. 96 Prozent seiner Devisen erhält das Land aus dem Ölverkauf. Durch die Wirtschaftskrise ist der Import von Lebensmitteln und Medikamenten zum Erliegen gekommen, der Schwarzmarkt blüht. (APA, red, 8.5.2018)