Das Ozonloch über der Antarktis, aufgenommen von der Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten (NOA) 2015.

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Boulder/Wien – Der Einsatz von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKWs) ist heute verboten: Spätestens seit den 1980er-Jahren ist klar, dass diese organischen Verbindungen, die als Treibgase, Lösungs- und Kältemittel breiten Einsatz fanden, die schützende Ozonschicht in der Erdatmosphäre zerstören.

1985 einigte sich die Staatengemeinschaft auf eine drastische FCKW-Reduktion, seit 2010 gilt ein Produktionsverbot für diese Stoffgruppe. Nun berichten Wissenschafter im Fachblatt "Nature", dass die Konzentration einiger FCKWs in der Atmosphäre seit 2012 langsamer sinkt, als nach den geltenden Umweltregelungen zu erwarten wäre.

Quelle in Ostasien "wahrscheinlich"

Die Forscher um Stephen Montzka von der National Oceanic and Atmospheric Administration in Boulder vermuten, dass eine neue, illegale Quelle dahintersteckt. Simulationen deuten auf einen "wahrscheinlichen Ursprung" in Ostasien hin.

Wie die Forscher berichten, sank die Konzentration in der Atmosphäre seit Mitte der 1990er-Jahre zunächst langsam, aber kontinuierlich. Der vollständige Abbau dauert Jahrzehnte, zudem werden auch heute noch geringe Mengen an FCKWs freigesetzt, wenn etwa alte Geräte verschrottet werden, in denen sie noch eingesetzt worden waren.

Ein Ursprung vermutet

Doch seit dem Jahr 2012 zeichnet sich ein Knick in der Abbaukurve von Trichlorfluormethan ab: Die Konzentration sinkt seither nicht mehr wie erwartet. Dazu kommen verdächtige Unterschiede des Anteils über der Nord- und der Südhalbkugel. Zudem fanden sich deutliche Ähnlichkeiten mit dem Messkurvenverlauf zweier anderer FCKWs: Chlordifluormethan und Dichlormethan.

Das lasse vermuten, dass alle drei Stoffe aus derselben Quelle stammen. Mit natürlichen Schwankungen wie dem Luftaustausch in der Atmosphäre sei das nicht zu erklären, so Montzka und Kollegen: Sie gehen davon aus, dass es eine neue, illegale Quelle dafür gibt. Als Größenordnung geben die Wissenschafter 13.000 Tonnen pro Jahr an. (red, APA, 17.5.2018)