Das Auto krachte in einen Feuerwehrwagen.

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Die Lenkerin des Tesla wurde leicht verletzt, der Fahrer des Feuerwehrautos blieb unverletzt.

Ein Tesla Model S ist in South Jordan im US-Bundesstaat Utah gegen ein Feuerwehrauto gekracht. Die 28-jährige Lenkerin brach sich dabei den Fußknöchel, der Fahrer des Feuerwehrwagens blieb unverletzt. Der Tesla wurde hingegen völlig zerstört. Die US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit ermittelt nun.

Fahrerin sei schuld

Die Fahrerin bemerkte gegenüber der Polizei, dass der Autopilot des Fahrzeugs aktiviert gewesen sei. Sie gab zudem zu, kurz vor dem Unfall auf ihr Smartphone geblickt zu haben. Tesla behauptet dementsprechend, dass der Fehler gänzlich bei dem Verhalten der Frau liege. Techniker hätten die Daten des Autos ausgelesen und herausgefunden, dass sie die Assistenzsysteme "Autosteer" und "Cruise Control" 80 Sekunden vor dem Unfall aktiviert hatte. Danach habe sie ihre Hände vom Lenkrad genommen und es bis zum Unfall nicht mehr berührt.

Überhaupt habe sie das während der Fahrt immer wieder getan. Sie habe ihre Hände mehrfach erst wieder auf das Lenkrad gelegt, nachdem das Auto ein optisches Warnsignal abgegeben hatte, und sie nach wenigen Sekunden wieder entfernt, so der Vorwurf.

Autopilot tat nichts, um Crash zu verhindern

Zeugen räumten ein, dass der Autopilot des Tesla S in keinster Weise gehandelt habe, um den Unfall zu vermeiden. Er wich nicht aus und bremste auch nicht von selbst. Das Fahrzeug fuhr mit 60 Meilen pro Stunde (rund 97 Kilometer pro Stunde). Das habe die Frau selbst so eingestellt. Sie bemerkte den bevorstehenden Unfall nur Sekundenbruchteile vor dem Crash und trat auf die Bremse.

Nur ein Assistenzsystem

Teslas Autopilot-System hat seit seiner Einführung für einige Kontroversen gesorgt. Da es gerade auf Autobahnen weite Strecken ohne Interaktion des Fahrers zurücklegen kann, verlassen sich viele allzu sehr auf die Fähigkeiten des Computers. Das allerdings zu Unrecht: Teslas Autopilot ist von einem komplett autonom fahrenden System weit entfernt, er ist lediglich ein Assistenzsystem, bei dem die Fahrer immer bereit sein sollten, wieder die Kontrolle zu übernehmen.

Auf diesen Umstand weist auch der Hersteller hin. In einem Bericht für die Polizei schrieb das Unternehmen: "Fahrer werden immer wieder informiert, dass Autopilot-Features Tesla-Autos nicht 'autonom' machen. Der Fahrer muss absolut wachsam bleiben, auf die Straße blicken und die Hände auf dem Lenkrad lassen. Er muss darauf vorbereitet sein, gegen Gefahren auf der Straße zu handeln." Die Art und Weise, wie die Fahrerin den Autopiloten genutzt habe, "widerspricht der korrekten Verwendung".

Musk verärgert

Tesla-Chef Elon Musk kritisierte Journalisten auf Twitter zuvor, weil sie über den Unfall geschrieben hatten. Es sei "verkorkst", dass ein Tesla-Unfall, der nur einen gebrochenen Knöchel zur Folge habe, es in die Schlagzeilen schaffe, während es so viele Verkehrstote in den USA gebe, über die nicht berichtet werde.

Im März war ein Tesla-Fahrer auf einer kalifornischen Autobahn verunglückt. Der Autopilot war aktiviert. Die Krisen-PR von Tesla wurde nicht müde zu betonen, dass der Fahrer den Unfall selbst verschuldet hatte und der Autopilot ein sicheres System sei. Mehrfach merkte man an, dass die erste Generation des Autopiloten die Unfallrate im Vergleich zu normalen Fahrzeugen enorm senken würde. (muz, 18.5.2018)