Pak Yong-sik ist einer der laut Medienberichten Abgesetzten.

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Archivbild aus dem Jahr 2006: Kim Jong-uns Vater Kim Jong Il mit Ri Myong Su (zweiter von rechts) und Pak Jae Gyong (ganz rechts).

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Washington/Pjöngjang – In Nordkorea sind laut inoffiziellen Angaben aus Washington die drei obersten Militärs von ihren Posten entfernt worden. Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte den Vorgang und bezog sich dabei auf eine Meldung der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap.

Die Agentur hatte berichtet, dass Verteidigungsminister Pak Yong-sik, Generalstabschef Ri-myong Su und Kim Jong-gak, der Direktor des allgemeinen politischen Büros der Armee, abgesetzt worden seien. US-Regierungsvertreter gehen davon aus, dass es in der Armee zu Meinungsverschiedenheiten über den Kurs von Staatschef Kim Jong-un in Bezug auf Südkorea und die USA gekommen ist.

Gipfel mit Hindernissen

Kim und US-Präsident Donald Trump wollen am 12. Juni in Singapur Treffen zusammenkommen. Der zwischenzeitlich abgesagte Gipfel werde nun doch stattfinden, hatte Trump am Freitag überraschend verkündet. Sein Verteidigungsminister Jim Mattis sagte allerdings am Sonntag, der Weg zu dem Gipfeltreffen werde holprig.

Der Druck auf Nordkorea werde erst dann gelockert, wenn das Land überprüfbare und unumkehrbare Schritte hin zu atomarer Abrüstung geht. Die Uno-Resolutionen zu Nordkorea würden zunächst in Kraft bleiben.

Ican will Gipfel aus Nobelpreisgeld zahlen

Unterdessen wurde bekannt, dass die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) angeboten hat, die Kosten für den Gipfel zu übernehmen. Die Organisation hat im vergangenen Jahr den Friedensnobelpreis bekommen. Aus dem Preisgeld wolle man gerne etwa die Hotelkosten Kims und seiner Delegation begleichen. "Der Friedensnobelpreis inkludiert Preisgeld, und wir bieten dieses Geld gerne dafür an, die Kosten des Gipfels zu tragen, um den Frieden auf der Koreanischen Halbinsel und eine atomwaffenfreien Welt zu fördern", gab der Ican-Vertreter Akira Kawasaki bekannt.

Das Angebot kam nach einer Meldung darüber, dass der Staatschef des verarmten Nordkorea unter Umständen Schwierigkeiten hat, für die Kosten der aufwendigen Reise aufzukommen. "Es geht nicht darum, Luxuszimmer für Nordkoreas Machthaber oder sonst jemanden zu bezahlen", sagte Kawasaki. "Das ist nicht unsere Absicht."

Putin lädt Kim ein

Kim könnte in den nächsten Monaten öfter reisen. Auch der russische Präsident Wladimir Putin hat Nordkoreas Kim nun eingeladen, nach Russland zu komme – und zwar im September. Konkret könnte ein Gipfeltreffen Putin-Kim beim Wirtschaftsforum in Wladiwostok stattfinden. Das habe Außenminister Sergej Lawrow bei seinem Besuch in Pjöngjang vergangene Woche vorgeschlagen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau. (APA, Reuters, red, 4.6.2018)