iPhones sollen künftig stärker vor fremdem Zugriff geschützt werden

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Apple hat angekündigt, die Sicherheitsvorkehrungen bei iPhones zu verstärken. Künftig wird die Datenübertragung über den Anschluss für Kopfhörer und Strom eine Stunde nach der letzten Eingabe des Passcodes deaktiviert. Das macht der Polizei einen Strich durch die Rechnung: Diese hatte genau diese Datenübertragung genutzt, um gesperrte iPhones zu durchsuchen. Die Methode war von der israelischen Firma Cellebrite und einer US-Firma namens Greyshift entwickelt worden.

"Viele Beweise verlieren"

Die Neuigkeiten frustrieren Polizeibehörden. Gegenüber der "New York Times" beschwert sich etwa ein Polizist, dass man nun "wisse, wie viele Beweise wir verlieren". Mit dem Schritt wird der sogenannte Crypto-Krieg neu angestachelt. IT-Konzerne und Behörden streiten seit Jahren darüber, wie sicher Nutzerdaten auch vor staatlichem Zugriff sein sollen. Das FBI wollte Apple vor zwei Jahren sogar gerichtlich dazu zwingen, eine Spezialsoftware zum Knacken von iPhones zu entwickeln.

Verschlüsselung aufweichen

Apple bestreitet, mit dem Update die Polizei "frustrieren" zu wollen. Tatsächlich schützen derartige Verbesserungen auch vor kriminellen Hackern. Die US-Behörden wollen nun für ein Gesetz lobbyieren, das Tech-Firmen vorschreibt, ihre Verschlüsselung aufzuweichen. (red, 14.6.2018)