Argentiniens Tormann Willy Caballero verzweifelt nach seinem Fauxpas, der Ante Rebic den Führungstreffer ermöglichte.

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Ein Zehner, der funktioniert: Luka Modric sorgte mit dem 2:0 für die Entscheidung.

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Nischni Nowgorod – Es stand schon zu befürchten, dass die Partie am Donnerstagabend eine der härteren werden würde. Vor allem die Kroaten erfüllten, das Achtelfinale vor Augen, die Erwartungen – allen voran Ante Rebic, der Frankfurter, der am Rande des Ausschlusses tänzelte.

Fußballerisch mehr boten in Niwschni Nowgorod die Argentinier, obwohl Lionel Messi wie schon beim Remis gegen Island äußerst gehemmt wirkte. Dennoch hätte die Albiceleste zur Pause führen können. Nach einem Missverständnis zwischen Dejan Lovren und Goalie Danijel Subasic traf aber Enzo Perez das verwaiste Tor aus vielleicht zehn Metern nicht (30.). Nur drei Minuten später hätten die Kroaten anschreiben müssen. Nach einer raumgreifenden Flanke Sime Vrsaljkos stellten die Argentinier zwar Rebic ins Abseits, übersahen aber Mario Mandzukic, der einen Flugkopfball aus kürzester Distanz ziemlich kläglich neben das Tor setzt.

Ritter von der traurigen Gestalt

Kroatiens Coach Zlatko Dalic hätte Rebic zu dessen eigenem Schutz eigentlich vom Platz nehmen müssen, doch ausgerechnet der akut Rotgefährdete nutzte einen haarsträubenden Fehler zur Führung für Kroatien. Argentiniens Goalie Willy Caballero geriet der Ball im Bemühen, auf Verteidiger Gabriel Mercado zu heben, deutlich zu kurz, Rebic vollierte erfolgreich (53.). Wenig später ließ er sich leicht angeschlagen austauschen.

Jorge Sampaoli, der Coach der Argentinier, hatte mehr Änderungsbedarf, brachte Gonzalo Higuain für Sergio Aguero und dazu noch den Offensiven Cristian Pavon ins Spiel. Plötzlich begann es in der Hälfte der Kroaten heiß zu werden. Messi erwachte ein wenig, Maximiliano Meza verschleuderte gegen Subasic die erste Ausgleichschance (64.). Diego Maradona verzweifelte auf der Tribüne, zumal die Kroaten gefährlich konterten. Mandzukic ließ sich aber die Entscheidung entgehen (66.). Sampaoli zog mit Paulo Dybala sein letztes Ass.

Entscheidung im Finish

Wirklich Druck konnten die Südamerikaner allerdings nicht entwickeln, die Angriffe liefen sich fest, die Kroaten begannen zu kombinieren. Ein Geniestreich von Luka Modric, bis dahin noch unauffälliger als sein Zehner-Kollege Messi, brachte die Entscheidung. Der Spielmacher von Real Madrid narrte Nicolas Otamendi, zog aus mehr als 20 Metern ab und ließ Caballero keine Chance (81.). Es wurde sogar eine deutliche Abfuhr für den Vizeweltmeister. Ivan Rakitic traf zunächst aus einem Freistoß nur das Lattenkreuz (86.), aber dann nach Pass von Mateo Kovacic doch noch ins Tor (92.).

Argentinien muss nun am Dienstag gegen Nigeria gewinnen und hoffen, Kroatien ist dagegen im Achtelfinale. (Sigi Lützow, 21.6.2018)

WM in Russland, Gruppe D, 2. Runde, Donnerstag

Argentinien – Kroatien 0:3 (0:0)
Stadion Nischni Nowgorod, 43.319 Zuschauer, SR Irmatow (UZB)

Torfolge:
0:1 (53.) Rebic
0:2 (80.) Modric
0:3 (91.) Rakitic

Argentinien: Caballero – Mercado, Otamendi, Tagliafico – Salvio (56. Pavon), Mascherano, Perez (68. Dybala), Acuna – Messi, Aguero (54. Higuain), Meza

Kroatien: Subasic – Vrsaljko, Lovren, Vida, Strinic – Rakitic, Brozovic – Rebic (57. Kramaric), Modric, Perisic (82. Kovacic) – Mandzukic (90. Corluka)

Gelbe Karten: Mercado, Otamendi, Acuna bzw. Rebic, Mandzukic, Vrsaljko, Brozovic