VW war durch den Abgasskandal ins Trudeln geraten. US-Aufpasser Larry Thompson sieht dafür die autoritäre Führungsstruktur mitverantwortlich.

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Wolfsburg – Der von der US-Regierung im Diesel-Skandal eingesetzte Volkswagen-Kontrolleur sieht noch Arbeit bei dem Autokonzern. "VW muss sich um eine weniger autoritäre Struktur bemühen, stärker dazu bereit sein, neue Ideen zuzulassen, schlechte Nachrichten zu akzeptieren", sagte Larry Thompson der Branchenzeitung "Automobilwoche".

Der Jurist wurde 2017 im Rahmen des Milliardenvergleichs zwischen den US-Behörden und Volkswagen vom US-Justizministerium für drei Jahre als Aufpasser eingesetzt und soll dem Unternehmen auf die Finger schauen, damit sich Verfehlungen wie im Dieselskandal nicht wiederholen können.

Besser reagieren

Thompson sagte, jedem müsse bewusst sein, dass es in einem so großen Konzern auch künftig Regelverstöße geben werde. "Aber Volkswagen wird in der Lage sein, offener, schneller und zeitnaher zu reagieren." Angesprochen auf die kürzliche Verhaftung des daraufhin beurlaubten Audi-Chefs Rupert Stadler sagte Thompson: "Natürlich beobachte ich diese neue Entwicklung besonders aufmerksam."

Der Dieselskandal war im September 2015 in den USA aufgeflogen. VW gab anschließend zu, Abgaswerte mit einer illegalen Abschalteinrichtung manipuliert zu haben. Der neue Konzernchef Herbert Diess hatte Anfang Mai angekündigt, Recht und Gesetz in dem Unternehmen zu stärken. (APA, 24.6.2018)