Hugo Lloris (31): Es gibt Menschen, die finden, Hugo Lloris sei zu still, überhaupt für einen Kapitän. Als solcher führt er die Équipe Tricolore aufs Feld. 2011 tauchte ein Video auf, in dem der Niçois zu sehen, vor allem aber zu hören war, wie er Mitspieler von Olympique Lyon übelst beschimpft. Seitdem ist klar: Lloris spricht nur, wenn es sein muss. Auch jetzt, da er für Tottenham hält. Lloris ist seit 2010 gesetzt und löste Fabien Barthez als Rekordtorhüter der Grand Nation ab. Er hält bei 103 Länderspielen. Die Franzosen schätzen Lloris auch, weil er sich nicht wichtig macht, weil er gerne heimkehrt an die Côte d'Azur und nicht herumjettet in der Welt. Am 14. Juli 2016 war er in der Stadt, als ein Attentäter mit einem Lkw ein Blutbad anrichtete. Tags darauf legte Lloris an der Promenade des Anglais Blumen für die 86 Toten nieder.

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Thibaut Courtois (26): Der Mann, der aussieht wie ein zu groß geratener belgischer Landgendarm, müsste eigentlich Volleyballer sein. Die Eltern Gitte und Thierry waren Profis am Netz, seine Schwester Valerie Courtois ist es noch. Der 1,99 Meter hohe Thibaut aus Bree in Flandern schlug aus der Art und hielt schon als 16-Jähriger professionell für KRC Genk. 2011 heuerte er bei Chelsea an und wurde sofort für drei Jahre an Atlético Madrid verliehen, wo er reifte und sogar ein Finale der Champions League bestritt. 2014 trat Courtois dann in London die Nachfolge des legendären Tschechen Petr Cech an. Das belgische Tor erfreut sich bereits seit sieben Jahren vor allem Courtois' Aufsicht, nachdem er sich gegen Jean-François Gillet und Simon Mignolet durchgesetzt hatte. Von bisher 63 Länderspielen verlor Courtois nur sechs.

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Danijel Subašić (33): Der Mann aus Zadar ist seit Ende der WM 2014 Stammtorhüter der Feurigen, er hält bei 42 Länderspielen. Dass auf den Goalie des AS Monaco Verlass ist, steht spätestens seit dem Viertelfinale gegen Russland fest. Da biss sich Subašić trotz einer in der 88. Minute erlittenen Oberschenkelverletzung bis ins Elferschießen durch und hielt einen Versuch. Im Achtelfinale gegen Dänemark waren es drei gewesen. Vier Elfmeter während einer WM hatte bisher nur der Argentinier Sergio Goycochea bei der Endrunde 1990 gehalten.Unter seinem Trikot trägt Subašić ein T-Shirt mit dem Foto seines Jugendfreundes Hrvoje Ćustić. Der starb 2008, weil er in einem Spiel des NK Zadar nach einem Abschlag von Subašić im Zweikampf gestürzt und mit dem Kopf auf eine Betonmauer geprallt war – vier Tage später war er tot. Ćustić, sagt Subašić, sei sein "Engel".

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Jordan Pickford (24): Es geschehen noch Wunder. England hat einen Torhüter. Sogar einen, der Elfmeter hält. Jordan Pickford hatte erst drei Länderspiele absolviert, ehe er nach Russland kam. Daheim hielten sie den 1,84 Meter großen jungen Mann aus Washington bei Sunderland ursprünglich für zu klein für einen Goalie. AFC Sunderland schickte ihn auf Leihbasis durchs halbe Land, Pickford lernte die sachgerechte Ballbehandlung mit dem Fuß und den Spielaufbau. Nach nur einer Saison bei Sunderland selbst kassierte der Verein die Rekordablöse von 25 Millionen Pfund vom FC Everton. Bei der U21-EM im Vorjahr in Polen verlor er das halbfinale Elferschießen gegen Deutschland. Am vergangenen Dienstag aber, im Achtelfinale gegen Kolumbien, half Pickford mit, Englands Elfertrauma zu besiegen. Im Halbfinale spielt er zum neunten Mal für die großen Three Lions. (sid, lü, 8.7.2018)

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