Peter Sagan setzte sich auf einem Parcours durch, der wie für ihn maßgeschneidert war.

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Quimper – Die Berg- und Talfahrt durch die Bretagne gewonnen und einen Rekord gebrochen: kein schlechter Tag für Weltmeister Peter Sagan bei der Tour de France. Mit seinem zweiten Tageserfolg bei der 105. Tour de France überflügelte der Slowake nämlich auch Erik Zabel als Rekordträger des Grünen Trikots.

Der Mann vom Team Bora-hansgrohe gewann am Mittwoch die 204,5 km lange 5. Etappe von Lorient nach Quimper und wird am Donnerstag zum 90. Mal das Maillot vert auf seinen Schultern tragen – einmal mehr als der Deutsche Zabel. Der Belgier Greg van Avermaet verteidigte das Gelbe Trikot des Gesamtleaders mit Erfolg. Das österreichische Trio Lukas Pöstlberger, Gregor Mühlberger (beide Bora) und Michael Gogl (Trek) kam mit dem Hauptfeld ins Ziel.

Sagan zeigte im anspruchsvollen Finale keine Schwächen, er siegte letztlich souverän vor dem Italiener Sonny Colbrelli (Bahrain-Merida) und Philippe Gilbert aus Belgien (Quick-Step Floors). Jubelnd schlug er sich mit beiden Fäusten auf die Brust. Olympiasieger van Avermaet (BMC Racing) lag zwischenzeitlich voran, am Ende wurde er Siebenter.

Beste Chancen auf sechstes Grün

Einen Bestwert Zabels hat Sagan derweil noch nicht egalisiert: Der Deutsche ist mit sechs Erfolgen nach wie vor Rekordgewinner des Grünen Trikots. Sagans Chancen auf seinen sechsten Triumph stiegen am Mittwoch aber nicht nur durch das herausragende Tagesergebnis, mit dem er seine Führung in der Punktewertung weiter ausbaute. Der Australier Michael Matthews, im Vorjahr zweimaliger Etappensieger und Gewinner der Punktewertung, ging erkrankt nicht mehr an den Start.

Die ersten beiden Rennstunden nach dem Start waren noch recht unspektakulär verlaufen. Eine siebenköpfige Fluchtgruppe hatte sich kurz nach dem Start vom Feld abgesetzt, darunter war auch Tour-Rekordteilnehmer Sylvain Chavanel (Frankreich/Direct Energie), der bei seiner 18. Großen Schleife schon am vergangenen Sonntag als Solist Reißaus genommen hatte.

Profiliert

Als zur Rennhälfte das Auf und Ab mit fünf Bergwertungen der dritten und vierten Kategorie begann, wurde die Gruppe zunehmend kleiner. Parallel dazu wurde auch im dezimierten Hauptfeld das Tempo durch Sagans Bora-Team und der BMC-Mannschaft von Van Avermaet verschärft. Der Chef selber hielt sich stets an der Spitze auf. Auch nach der letzten Hürde, der Cote de la montagne de Locronan (3. Kategorie) rund 20 km vor dem Ziel, blieb er dran und war schließlich auf dem ansteigenden Schlussstück der Stärkste. Bereits die zweite Etappe von Mouilleron-Saint Germain nach La Roche-sur-Yon hatte er für sich entschieden.

Am Donnerstag steht dem Feld ein vergleichsweise unspektakulärer, wenngleich fordernder Arbeitstag bevor. Die 181 km lange sechste Etappe von Brest zur Mur-de-Bretagne bietet keine Chance auf einen klassischen Massensprint. Der giftige Schlussanstieg garantiert dennoch ein packendes Finish – denn er muss gleich doppelt bewältigt werden. (sid, red, 11.7. 2018)

Ergebnisse 5. Etappe (Lorient – Quimper, 204,5 km):

1. Peter Sagan (SVK) Bora-hansgrohe 4:48:06 Stunden – 2. Sonny Colbrelli (ITA) Bahrain – 3. Philippe Gilbert (BEL) Quick-Step – 4. Alejandro Valverde Belmonte (ESP) Movistar – 5. Julian Alaphilippe (FRA) – Quick-Step – 6. Daniel Martin (IRL) Emirates – 7. Greg van Avermaet (BEL) BMC – 8. Sören Kragh Andersen (DEN) Sunweb – 9. Andrea Pasqualon (ITA) Wanty-Groupe – 10. Vincenzo Nibali (ITA) Bahrain alle gl. Zeit.

Weiter:

12. Geraint Thomas (GBR) Sky – 14. Chris Froome (GBR) Sky – 31. Tejay Van Garderen (USA) alle gl. Zeit – 59. Michael Gogl (AUT) Trek +0:53 Sek. – 97. Lukas Pöstlberger (AUT) Bora +2:15 Min. – 98. Gregor Mühlberger gl. Zeit

Gesamtwertung:

1. Van Avermaet 18:22:00 Stunden – 2. Van Garderen +0:02 Min. – 3. Gilbert +0:03 – 4. Thomas +0:05 – 5. Alaphilippe +0:06 – 6. Bob Jungels (LUX) Quick-Step +0:09 – 7. Tom Dumoulin (NED) Sunweb +0:13 – 8. Andersen gl. Zeit – 9. Rigoberto Uran (KOL) Cannondale +0:37 – 10. Rafal Majka (POL) Bora +0:52.

Weiter:

12. Richie Porte (AUS) BMC +0:53 – 15. Froome +0:57 – 17. Nibali +1:08 – 60. Mühlberger +4:37 – 97. Pöstlberger +9:45 – 99. Gogl +9:54