Die Autozölle halten den Welthandel weiter in Atem.

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Paris – Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire hat davor gewarnt, überstürzt die Zölle auf Autoimporte aus den USA zu senken. Frankreich und Deutschland sollten zunächst prüfen, welche Auswirkungen eine solche Maßnahme auf die Autoindustrie haben könnte, sagte er am Mittwoch.

US-Präsident Donald Trump droht mit höheren Einfuhrzöllen für Autos aus der Europäischen Union (EU), was besonders die deutschen Hersteller treffen würde. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich deshalb offen für die Idee, die EU-Einfuhrzölle für US-Autos zu senken, um Trump entgegenzukommen.

Gemeinsames Vorgehen mit Deutschland

Frankreich und Deutschland sollten aber zunächst gemeinsam die Auswirkungen auf die Autoindustrie untersuchen, sagte Le Maire nach einem Treffen mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Dies werde in den kommenden Wochen geschehen.

Altmaier sagte, Deutschland habe noch keine definitive Entscheidung dazu getroffen und wolle erst den Besuch von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Washington abwarten. Alle möglichen Lösungen sollten erkundet werden, sagte Altmaier. Im Anschluss daran solle zunächst eine deutsch-französische und dann eine europäische Position gefunden werden.

Weniger stark als Deutschland betroffen

Die USA erheben 2,5 Prozent Zoll auf Pkw aus der Europäischen Union und 25 Prozent auf Pickups. Bei US-Autoexporten in die EU werden zehn Prozent Zoll fällig. Nach den Regeln der Welthandelsorganisation WTO ist es für die EU kaum möglich, Importzölle nur für US-Autos zu senken. Sie müsste die Zölle dann auch für die anderen WTO-Mitglieder reduzieren.

Die französischen Hersteller wären wegen geringerer Exporte in die USA von den US-Zöllen weniger betroffen als die deutschen. Allerdings würden Zollerleichterungen für asiatische Autobauer ihre Konkurrenzsituation in Europa deutlich verschärfen. (Reuters, 12.7.2018)