Eritreas Präsident Isaias Afewerki (hinten) und Äthiopiens Premier Abiy Ahmed versöhnten sich im Namen ihrer Staaten am Wochenende in Eritrea. Nun soll es einen Gegenbesuch Afewerkis in Äthiopien geben.

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Addis Abeba/Asmara – Im Zuge des diplomatischen Tauwetters zwischen beiden Staaten reist Eritreas Präsident Issaias Afewerki am Samstag ins Nachbarland Äthiopien. Afewerki werde bei dem Besuch die Delegation Eritreas anführen, teilte der eritreische Informationsminister Yemane Gebremeskel im Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

Der Besuch solle den zusammen mit Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed eingeschlagenen Weg "für Frieden und Zusammenarbeit" weiter festigen und voranbringen. Nach jahrzehntelanger Feindseligkeit hatten Äthiopien und Eritrea am Montag offiziell ihren Kriegszustand beendet. Bei einem Besuch Abiys in Eritreas Hauptstadt Asmara vereinbarten er und Afewerki die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen und unterzeichneten eine "Gemeinsame Erklärung des Friedens und der Freundschaft".

Tauwetter in wenigen Wochen

Die Erklärung markiert eine Kehrtwende im Verhältnis der beiden Staaten am Horn von Afrika: Wegen eines Grenzstreits führten sie von 1998 bis 2000 einen erbitterten Krieg, in dem rund 80.000 Menschen getötet wurden. Danach lagen die Beziehungen auf Eis. Eritrea hatte sich erst Anfang der 90er Jahre nach einem drei Jahrzehnte währenden Krieg von Äthiopien abgespalten und sich 1993 für unabhängig erklärt.

Der neue äthiopische Ministerpräsident Abiy leitete nach seinem Amtsantritt im April die Aussöhnung ein. Im Juni kündigte er an, den Beschluss einer von der Uno unterstützten internationalen Schiedskommission über den Grenzverlauf von 2002 "vollständig" umzusetzen. Äthiopien werde sich aus umstrittenen Gebieten zurückziehen.

Bisher hatte Äthiopien sich geweigert, den Schiedsspruch zu akzeptieren. Immer wieder kam es zu Scharmützeln, bei denen über die Jahre mehrere hundert Menschen getötet wurden. (APA, 13.7.2018)