Cambridge Analyticas Datensätze wurden angeblich auch von Russland aus abgegriffen

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Der Skandal rund um die Wahlkampfberatungsfirma Cambridge Analytica ist um ein Kapitel reicher. Laut dem britischen Abgeordneten Damian Collins soll deren Datenbank, die aus unerlaubt gesammelten Facebook-Daten besteht, auch von Russland aus verwendet worden sein. Das hätten laut Collins Untersuchungen der britischen Datenschutzbehörde ICO ergeben. Das Datenset hatte im Frühjahr für heftige Debatten gesorgt, da ohne ihre Zustimmung oder ihr Wissen Informationen zu dutzenden Millionen Facebook-Usern gesammelt worden waren.

Persönlichkeitsquiz

Der aus Russland stammende Professor Aleksandr Kogan hatte die Daten mithilfe eines Persönlichkeitstests auf Facebook gesammelt. 2014 waren die Informationen dann an Cambridge Analytica gegangen. Was damit geschah, ist nach wie vor unklar. Angeblich sollen die Informationen für Wahlkampfzwecke eingesetzt worden sein, etwa bei der Kampagne von Donald Trump, den Cambridge Analytica beraten hatte.

Propaganda

"Es ist möglich, dass die Russen Informationen von Cambridge Analytica bekommen haben und dieses Wissen für ihre Propaganda während des US-Präsidentschaftswahlkampfes verwendet haben", spekulierte Collins. Gesichert ist das nicht. Kogan bestreitet, mit russischen Behörden zusammengearbeitet zu haben, kann aber einen Hack nicht ausschließen. Er soll mehrfach nach Russland gereist sein, etwa im April 2016. (red, 18.7.2018)