Auch Trumps (angeblich kleine) Hände, mit denen er einen Ball von Russlands Präsident Putin bei der Pressekonferenz fing, waren schon Thema zahlreicher Internet-Memes.

Foto: AP/Jussi Nukari

Donald Trump hat es wieder einmal getan. Der exzentrische US-Präsident dominiert seit Beginn der Woche wieder einmal nicht nur die internationale Presse, sondern – unfreiwillig – auch sämtliche Internetportale, die sich der seichten Unterhaltung mittels Memes widmen. Die schnell und leicht verständlichen, viralen Internetphänomene prägen das moderne World Wide Web und sind auch aus sozialen Netzwerken oder Kurznachrichtendiensten nicht mehr wegzudenken.

Keine verdeckte Zusammenarbeit mit Putin.

Trumps regelmäßige verbale Entgleisungen ("Grab her by the pussy"), aber auch die vielen Fettnäpfchen, in die er immer wieder tritt (Queen ausbremsen), verleihen dem mächtigsten Mann der Welt seit seiner Kandidatur auch in der digitalen Sphäre eine Art Omnipräsenz.

Die Queen und die US-Präsidenten.

Anstoß des neuesten Meme-Feuerwerks war das, was Trump bei seiner Pressekonferenz am Montag in Helsinki nach dem Gipfeltreffen mit Präsident Putin gesagt – oder eben nicht gesagt hatte.

Wouldn't

Angesprochen auf eine etwaige Einmischung Russlands in den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf von 2016 sagte Trump: "Meine Leute kamen zu mir – Dan Coats (Direktor der nationalen Nachrichtendienste, Anm.) kam zu mir und einige andere. Sie sagten, sie denken, es ist Russland. Ich habe hier Präsident Putin. Er hat gerade gesagt, es ist nicht Russland. Ich sage jetzt Folgendes: Ich sehe keine Grund, warum es (Russland, Anm.) sein sollte."

Würde Mexiko etwa gar nicht für die Trump'sche Mauer zu Mexiko bezahlen?

Im englischen Original hieß es da laut Transkript und Video und einhelliger Meinung fast aller, die es hörten: "He just said: It's not Russia. I will say this. I don't see any reason why it would be."

Sein Ausspruch, wonach die meisten Mexikaner, die in die USA kommen, "Vergewaltiger" seien, sei doch auch nur falsch verstanden worden. "Rakists", also Leute, die Laub zusammenrechen, meinte wohl der Präsident.

Nach heftiger Kritik – auch aus republikanischen Reihen – ruderte der Präsident tags darauf in Washington zurück. Beziehungsweise sagte er, er müsse etwas klarstellen, von dem er ausgegangen sei, dass es ohnehin sehr klar sein sollte: "Aber ich würde es gern klarstellen, nur für den Fall, dass es nicht offensichtlich war. In einem entscheidenden Satz meiner Bemerkungen sagte ich 'sein sollte' (would, Anm.) statt 'nicht sein sollte' (wouldn't). Der Satz hätte lauten sollen: Ich sehe keinen Grund, warum ich nicht sollte – oder warum es nicht Russland sein sollte. Um es also noch einmal zu wiederholen, ich sagte 'sein sollte' statt 'nicht sein sollte'."

Trumps Klarstellung.
USA TODAY

Und Trump weiter: "Der Satz hätte lauten sollen – und ich dachte, es könnte vielleicht in dem Transkript oder in dem eigentlichen Video ein bisschen unklar sein, der Satz hätte lauten sollen: Ich sehe keinen Grund, warum es nicht Russland sein sollte. So eine Art doppelte Verneinung also." ("I don't see any reason why it wouldn't be Russia. Sort of a double negative.")

Es wurde gemunkelt, ob sich Machthaber Kim Jong-un bei seinem Versprechen einer Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel etwa auch nur "versprochen" hätte.

Doppelte Verneinung

Nur die treuesten Trump-Anhänger wollten dieser Argumentation glauben, wonach er sich nur "misspoke", also versprochen hätte. Viele belächelten das späte Zurückrudern des Präsidenten als unglaubwürdig. "Das Internet" zeigte mittels zahlreicher Memes, was es von Donald Trumps "Versprecher" hielt: So schienen die User verspätet Erklärungen für manch bizarre Vorschläge des Präsidenten, aber auch prägende Momente der Weltgeschichte zu finden. Die angebliche doppelte Verneinung des Präsidenten ("double negative") wurde auch ausreichend gewürdigt.

US-Präsident Ronald Reagan war ja auch ein Mann klarer Worte.

Zahlreiche Internet-User hatten auch kreative Ideen, wie Präsident Trump Filmklassiker in einem Satz zusammenfassen würde. Unter dem Hashtag #TrumpMovieQuotes sammelten sich zahlreiche alternative Enden und Handlungsstränge.

Was denn nun?

Auch manch Tageszeitung konnte sich einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen.

Das Cover der "Daily News New York".

(Fabian Sommavilla, 19.7.2018)