Washington – US-Präsident Donald Trump hat den Iran mit drastischen Worten verwarnt: "Bedrohen Sie niemals wieder die USA, oder Sie werden Konsequenzen zu spüren bekommen, die nur wenige in der Geschichte jemals zu spüren bekommen haben", schrieb Trump am Sonntagabend auf Twitter, an den iranischen Präsidenten Hassan Rohani gerichtet.

"Wir sind kein Land mehr, das für Ihre verrückten Worte der Gewalt und des Todes steht, passen Sie auf!", warnte Trump, der den gesamten Tweet in Großbuchstaben schrieb.

Vergleich mit der Mafia

US-Außenminister Mike Pompeo verglich unterdessen die iranische Führung mit der Mafia. Der Iran "wird von etwas geleitet, das der Mafia mehr ähnelt als einer Regierung", sagte Pompeo am Sonntag. Rohani und Außenminister Javad Zarif seien nur "polierte Frontmänner für die internationale Trickbetrügerei". Sie seien scheinheilige Ayatollahs, die "sich mehr um Reichtum als um Religion sorgen", so Pompeo. Die iranische Führung habe von Korruption, Veruntreuung und anderen illegalen Geschäften profitiert. Die USA würden alle Iraner unterstützen, die unzufrieden mit ihrer Führung seien.

Pompeo kündigte an, dass die US-Regierung einen TV- und Radiosender einrichten werde, der auch im Internet zu empfangen sei. Zudem werde die US-Regierung den Iranern helfen, die Internetzensur zu umgehen.

Medialer US-Druck auf Iran

Regierungsvertreten zufolge haben die USA zuletzt eine Kommunikationsoffensive gestartet und versucht, mit Reden und Onlinebeiträgen Unruhe im Iran zu stiften. So würden iranische Spitzenvertreter etwa durch übertriebene Darstellungen in ein schlechtes Licht gerückt. Ziel sei es, Druck auf den Iran auszuüben, damit dieser sein Atomprogramm und die Unterstützung militanter Gruppen beende.

Rohani hatte am Sonntag den USA unterstellt, eine Politik der Vernichtung des Iran zu betreiben, und im Gegenzug mit einer Blockade der Ölexportrouten am Persischen Golf gedroht. "Die Amerikaner sollten wissen, dass Frieden mit dem Iran die Mutter aller Frieden ist (...) genauso wie ein Krieg die Mutter aller Kriege wäre", sagte Rohani. Trump war Anfang Mai aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und hatte neue Sanktionen angekündigt. (afp, 23.7.2018)