Ghasem Soleimani warnt Donald Trump

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Vor dem türkischen Ölterminal Izmit, über den ein Teil der iranischen Ölexporte läuft, stauen sich die Tankschiffe.

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Der von US-Präsident Donald Trump mit einem wutentbrannten Tweet angefachte Streit zwischen den USA und dem Iran droht zu eskalieren. "Sie können mit dem Krieg anfangen, aber wir bestimmen, wann der Krieg zu Ende ist", erklärte Ghasem Soleimani, Oberbefehlshaber der Eliteeinheit der Quds-Brigaden. Und direkt an Donald Trump gerichtet sagte er "Sie sind ein Kabarettist und Spieler, seien Sie vorsichtig mit dem, was Sie sagen, wir sind an Orten präsent, die Sie nicht für möglich halten."

Gleichzeitig berief sich die konservative Zeitung "Keyhan" am Donnerstag auf eine islamische Gruppierung, die mit der Islamischen Republik sympathisiert, und schrieb: "Die Raketen sind unterwegs, räumen Sie die Hauptstädte in Saudi-Arabien und Dubai!" Gemeint sind wohl die Huthi-Rebellen im Jemen. Unmittelbar danach berichteten iranische Medien, dass zwei Öltanker im Roten Meer mit Raketen beschossen wurden.

Während der verbale Schlagabtausch zwischen dem Iran und den USA jeden Tag an Intensität zunimmt, wächst in dem Golfstaat die Sorge wegen der wirtschaftlichen Engpässe. Die unabhängigen Medien und vor allem die Reformer raten im Krieg der Worte zur Besonnenheit.

Regierung duldet Proteste

Die iranische Währung Rial verliert fast täglich an Wert, und trotz aller Ankündigungen der Regierung, dass kein Grund zu Sorge bestehe, ist keine Beruhigung in Sicht. Demonstrationen der Rentner, Lehrer und Fabrikarbeiter gehören inzwischen zum Alltag, und im Gegensatz zu früher werden diese Proteste geduldet.

Um die wirtschaftliche Situation in den Griff zu bekommen und die Gemüter zu beruhigen, wurde der Präsident der Zentralbank ausgewechselt, und es sollen, wie die Medien in Iran berichten, noch andere Personen folgen.

Zum ersten Mal seit Amtsantritt des Präsidenten Hassan Rohani haben die konservativen Gruppen die Angriffe auf ihn eingestellt, und nachdem ihn auch der religiöse Führer Ayatollah Ali Khamenei unterstützte, vermeiden auch die konservativen Zeitungen, den Präsidenten direkt anzugreifen. (Amir Loghmany aus Teheran, 27.7.2018)