Ankara – Der Iran hat am Montag bei einer Pressekonferenz gefordert, dass Europa seine Bemühungen intensiviert, den 2015 geschlossenen Atomdeal zu retten, aus dem die USA im Mai ausgestiegen sind. US-Präsident Donald Trump hatte das unter anderem damit begründet, dass der Vertrag nicht intensiv genug gegen das iranische Raktenprogramm vorgehe, und den Vertrag als "zutiefst fehlerhaft" bezeichnet.

"Die Europäer und andere Unterzeichner des Vertrags – China und Russland – haben versucht, den Deal zu retten. Aber der Prozess ist langsam. Er sollte beschleunigt werden", sagte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums, Bahram Qasemi, im Staatsfernsehen. "Der Iran ist größtenteils auf seine eigenen Ressourcen angewiesen, was den Widerstand gegen die neuen US-Sanktionen betrifft." Die europäischen Staaten versuchen indes, den Iran dazu zu bewegen, im Vertrag zu bleiben, und kündigten an, den Handel mit dem Iran fortzuführen. Durch den Ausbau sollen die Schäden begrenzt werden.

Kritik von Khamenei an eigener Regierung

Vor wenigen Tagen übte das geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei Kritik an der "Misswirtschaft" der iranischen Regierung selbst. Diese sei schlimmer als die von Trump wiedereingeführten Sanktionen. "Das wirtschaftliche Missmanagement belastet einfache Iraner stärker als die Sanktionen", erklärte er. "Ich habe schon mehrmals gewarnt, dass Korruption ein Drache mit sieben Köpfen ist, der konsequent bekämpft werden muss." Gäbe es eine bessere Planung, könne man den Sanktionen mehr entgegensetzen (red, Reuters, 20.8.2018)