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Hassan Rohani hat schon einmal im Cockpit Platz genommen.

Foto: Iranian Presidency Office via AP

Theheran – Der iranische Präsident Hassan Rohani hat schon einmal im Cockpit Platz genommen – und er hat von der Präsentation des ersten im Iran entwickelten Kampfjets Kosar eine Botschaft ausgesendet: Der Iran müsse sich aber gegen Angriffe anderer Staaten rüsten und die Kampfkraft seines Militärs stärken. "Wir sollten uns darauf vorbereiten, gegen Streitkräfte zu kämpfen, die unser Territorium und unsere Ressourcen übernehmen wollen", sagte Rohani.

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Das Flugzeug absolvierte am Dienstag – am Vorabend des Tages der nationalen Streitkräfte – seinen ersten öffentlichen Testflug. Geplant ist eine Produktion von einsitzigen Kampffliegern und zweisitzigen Trainern. Die Avionik soll auf dem Stand der vierten Generation von Kampfflugzeugen und damit an Eurofighter/Typhoon und F-16 Fighting Falcon, die in der Region weit verbreitet sind, heranreichen.

Nachrüstung einer veralteten Luftwaffe

Beim "Kosar" handelt es sich nach iranischen Angaben um das erste selbst entwickelte und selbst gebaute Kampfflugzeug aus dem Iran. Hersteller des zweistrahligen Jets ist Iran Aviation Industries Organization (IAIO). Das Flugzeug erinnert Experten an die taiwanesische AIDC AT-3 Tzu Chung, die ihrerseits in den 1970er-Jahren mithilfe von Northrop Grumman (dem Hersteller der F-5 Tiger) entwickelt worden ist. Die iranische Luftwaffe und die Revolutionsgarden verfügen aktuell über russische (Mig-29, Suchoi Su-24 und Suchoi Su-22) sowie amerikanische F-4 Phantom, F-5 Tiger und F-14 Tomcat Kampfflugzeuge, die vor der iranischen Revolution angeschafft wurden.

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"Wir haben alles selbst gemacht, vom Motor bis zum präzisen Radarsystem (...). Das macht uns stolz", sagte Rohani. An der neuen Maschine sei jahrelang gebaut worden – ihre erste Präsentation fand bereits im Vorjahr in Moskau statt.

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Man habe sich auch vom Ausland unabhängig machen wollen, sagten die Iraner. "Wir leben nun einmal in einer Region, wo wir uns stets auf Verteidigung einstellen müssen." Dafür brauche der Iran auch seine eigenen Kampfflugzeuge, Raketen und Abwehrsysteme. Das Land habe aber in den vergangenen 40 Jahren keinen Militärkonflikt begonnen, sagte Rohani. "Wir wollen niemanden angreifen, weil dies gegen unsere Verteidigungsdoktrin ist."

Drohungen gegen die USA

Die militärische Aufrüstung des Irans diene vielmehr dazu, den regionalen Frieden zu sichern. Solange der Iran militärisch stark sei, sei kein Land – nicht einmal die USA – an einem Konflikt mit Teheran interessiert, sagte Rohani. Die USA würden es nicht wagen, den Iran anzugreifen. "Warum greifen die USA uns nicht an? Wegen unserer Macht, weil sie sich der Konsequenzen bewusst sind."

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US-Präsident Donald Trump hat dem Iran wiederholt gedroht und nach dem Ausstieg aus dem Atomabkommen Sanktionen gegen das Land verhängt. Trump hatte das 2015 von seinem Vorgänger Barack Obama mit Russland, China, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und dem Iran geschlossene Abkommen im Mai einseitig aufgekündigt. Die anderen Unterzeichnerstaaten wollen es aufrechterhalten. Der Vertrag sieht die Aufhebung von Sanktionen gegen den Iran vor, der im Gegenzug sein Atomprogramm begrenzt und internationale Kontrollen seiner Atomanlagen zulässt. Trump will nun den Iran zur Aushandlung eines neuen weiter reichenden Atomabkommens zwingen. (cs, Reuters, 21.8.2018)