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Einbürgerungszeremonie in Miami unter den Augen des Präsidenten. Donald Trump möchte die Zuwanderung in die USA möglichst beschränken, Chefs großer Unternehmen fordern ihn nun auf, diese Haltung zu überdenken.

Foto: APA / AFP / Getty Images / Joe Raedle

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Der Brief von der Konzernchefs an Donald Trump und Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen.

Washington/Bangalore/Cupertino – 59 Chefs von Großkonzernen wie Apple, JPMorgan Chase und American Airlines haben in einem gemeinsamen Brief die Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump kritisiert. Dabei geht es vor allem um die Zuwanderung hochqualifizierter Ausländer, die Trump wesentlich stärker gebremst hat als jene von Gastarbeitern in Berufen mit niedrigeren Qualifikationen, wie etwa Erntehelfern.

Widersprüchliche Entscheidungen führten dazu, dass viele Angestellte mit Ungewissheiten konfrontiert seien, heißt es in dem an Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen gerichteten Schreiben. Die CEOs von Firmen wie Apple, IBM, JPMorgan Chase und Pepsi schrieben darin, durch die Probleme bei der Einwanderung seien das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit der USA in Gefahr.

Höchststände bei offenen Stellen

Die Probleme betreffen laut der Beschwerde unter anderem die Arbeitserlaubnis von Ehepartnern. Langjährige Mitarbeiter müssten zudem damit rechnen, ihren Status aberkannt zu bekommen. Die Regierung müsse bei ihrer "legitimen Überprüfung" der Einwanderungsregeln Änderungen vermeiden, die "das Leben Tausender gesetzestreuer und qualifizierter Mitarbeiter durcheinanderbringen".

Der Arbeitskräftemangel führe schon jetzt dazu, dass die Zahl unbesetzter Stellen auf historische Höchststände steige. Da sei es der falsche Zeitpunkt, den "Zugang zu Talenten" zu beschränken, schreiben die Führungskräfte in ihrem auf vergangenen Mittwoch datierten Brief. Trump hat im Zuge seiner verschärften Einwanderungspolitik eine ganze Reihe von umstrittenen Maßnahmen angeordnet und angekündigt.

Zwei Marksteine Trumps

Trump trifft die Kritik an zwei wunden Stellen. Er sieht seine rigide Einwanderungspolitik als Markstein seiner Politik. Mehrfach hat er gegenüber der Presse betont, dass er seine Haltung zu Einwanderung als zentral für den Wahlerfolg sieht, ausländischen Politikern hat er gedroht, ihnen via Zuwanderung "Probleme zu machen".

Gleichzeitig betont der Präsident aber auch zu jeder Gelegenheit, wie sehr er die wirtschaftliche Performance der USA als seinen Erfolg sieht. Von "Fox News" auf seine mögliche Absetzung angesprochen sagte er erst am Donnerstag: "Wenn ich jemals abgesetzt würde, würde meiner Ansicht nach der Markt zusammenbrechen. Ich glaube, alle wären dann sehr arm." Der Börsenaufschwung würde sich in Abwesenheit "dieses Denkens" (gemeint ist seine Wirtschaftsphilosophie) sofort umkehren. Ob das auch für den Fall seiner Abwahl oder das Ende seiner Amtszeit gelten würde, wurde der Präsident nicht gefragt. Bisher haben die US-Börsen kaum Reaktionen auf die Krise gezeigt, die den Präsidenten umgibt. (mesc, APA, 24.8.2018)