Teheran – Bei der Trauerfeier für Opfer des Anschlags auf eine Militärparade hat der Iran seine verbalen Angriffe auf die USA verschärft. Die einflussreichen Revolutionsgarden drohten ihnen am Montag mit "vernichtender" Vergeltung, nachdem die iranische Führung die USA für den Anschlag indirekt mitverantwortlich gemacht hatte. Unter den 25 Todesopfern waren zwölf Soldaten der Revolutionsgarden. Der Vizechef der Elitetruppe, Hossein Salami, schwor auch dem regionalen Erzfeind Israel Rache: "Unsere Antwort wird vernichtend und verheerend sein", sagte er in einer live im staatlichen Fernsehen übertragenen Rede vor tausenden Trauernden in der südwestiranischen Stadt Ahvaz.

Tausende Menschen erschienen am Montag zum öffentlichen Begräbnis der Anschlagsopfer in Ahvaz.

Vertreter der Revolutionsgarden machten Extremisten für die Tat verantwortlich, die von den Golfstaaten und Israel ausgebildet und von den USA unterstützt worden seien. Experten zufolge könnte eine Vergeltung bedeuten, dass die iranische Elitetruppe Raketen auf Rebellengruppen im Irak oder Syrien abfeuert, die als Verbündete der mutmaßlichen Drahtzieher des Anschlags gelten. Laut dem iranischen Geheimdienstminister Mahmoud Alavi wurden bereits zahlreiche Verdächtige eines "großen" Netzwerks festgenommen. Einzelheiten nannte er nicht.

"Tod für Amerika, Tod für Israel, Tod der Familie al-Saud", also der saudischen Königsfamilie, war auf den Plakaten hinter den Militäroffizieren zu lesen.
Foto: APA/AFP/ATTA KENARE

Zwei Bekennerschreiben

Zu dem Anschlag hatten sich sowohl die Separatistenbewegung "Nationaler Widerstand von Ahvaz" als auch der "Islamische Staat" bekannt. Das IS-Sprachrohr Amaq verbreitete am Montag ein Video, das drei Attentäter auf dem Weg zu dem Anschlag zeigen soll. Ein Mann mit einer Baseballkappe mit dem Logo der Revolutionsgarden spricht darin auf Farsi von einem bevorstehenden großen Anschlag.

Am Samstag fand in Teheran eine Militärparade zum 38. Jahrestag der irakischen Invasion im Iran statt.
Foto: AP / Ebrahim Noroozi

Das Attentat in Ahvaz war eines der schwersten auf die mächtigen Revolutionsgarden in einer Zeit, in der die Beziehungen zwischen dem Iran und den USA und deren Verbündeten in der Golfregion ohnehin angespannt sind. Der Zwist dürfte auch eines der Hauptthemen bei der UN-Vollversammlung in New York in dieser Woche werden, an der auch der iranische Präsident Hassan Rouhani teilnimmt. US-Präsident Donald Trump dürfte seiner harten Linie gegenüber der Islamischen Republik treu bleiben.

Zeitgleich kam es südwestlich von Teheran in Ahvaz zu einem tödlichen Anschlag auf die Revolutionsgarden.
Foto: APA/AFP/ISNA/BEHRAD GHASEMI

Giuliani sympathisiert mit Regimesturz

Trumps Anwalt Rudolph Giuliani sicherte indes der selbsternannten iranischen Exilregierung bei einem Treffen in den USA zu, dass die USA Sympathien für einen Sturz der iranischen Regierung hätten. Das National Council of Resistance of Iran gilt als größte Oppositionsgruppe in der Islamischen Republik.

Zwei in den USA lebende Mitglieder der Gruppe seien erst kürzlich Ziel eines vereitelten Mordanschlags gewesen. Auf sie bezugnehmend warnte Giuliani den Iran: "Ihr müsst wirklich Angst davor haben, gestürzt zu werden. Wir werden nicht vergessen, dass ihr auf unserem Boden morden wolltet." (red, Reuters, 24.9.2018)