Fernando Albans Sarg wurde im Parlament aufgebahrt.

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Caracas – Der Uno-Hochkommissar für Menschenrechte und die EU haben Venezuelas Regierung aufgefordert, den Tod eines inhaftierten oppositionellen Stadtrats aufzuklären. Fernando Alban war nach Angaben des Innenministers Néstor Reverol am Montag aus einem Fenster des Hauptquartiers des Geheimdienstes Sebin in Caracas gesprungen.

Der venezolanische Staat habe es anscheinend unterlassen, pflichtgemäß die Sicherheit des Verhafteten zu gewährleisten, erklärte am Dienstag in Genf die Sprecherin des Uno-Hochkommissars, Ravina Shamdasani. Sie forderte eine unabhängige und transparente Untersuchung der Umstände von Albans Tod.

Aufruf

Auch die Behörde der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini sprach die Erwartung aus, dass die venezolanische Regierung unabhängige und umfassende Ermittlungen über den Todesfall einleitet. "Die EU wiederholt ihren Aufruf an die Regierung Venezuelas, alle politischen Häftlinge freizulassen", heißt es in der in Brüssel am Dienstag verbreiteten Erklärung.

Der Stadtrat aus Caracas war am Samstag festgenommen worden, weil er angeblich an einem gescheiterten Drohnenanschlag gegen Präsident Nicolas Maduro Anfang August beteiligt gewesen sein soll. Alban soll mit dem einflussreichen Oppositionsführer Julio Borges in Verbindung stehen, den Maduro für den Drahtzieher des angeblichen Attentats hält. (APA, 10.10.2018)