Djokovic ging alles recht locker von der Hand.

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Coric so.

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Federer so.

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Schanghai – Mit einem in dieser Höhe überraschenden 6:2, 6:1-Sieg über den Deutschen Alexander Zverev hat sich Novak Djokovic in Schanghai nicht nur ins Endspiel gespielt, sondern er scheint am Montag auch erstmals wieder als Nummer zwei im ATP-Ranking auf. Das Traum-Finale gegen den topgesetzten Roger Federer kam hingegen nicht zustande. Der Schweizer musste sich überraschend Borna Coric 4:6, 4:6 beugen.

Djokovic hat am Sonntag auch im Falle einer Niederlage etwas zu feiern: Der diesjährige Wimbledon- und US-Open-Sieger spielt in seinem 1.000. Profimatch um seinen 72. Titel bzw. den vierten in dieser Saison. Mit seinem Auftritt gegen den 21-jährigen Zverev war er freilich hochzufrieden. "Ich habe alles gemacht, was ich mir auf meiner Seite vorgenommen hatte", sagte der "Djoker" nach seinem 827. Erfolg als Profi. Ihm unterliefen nur neun leichte Fehler, Zverev dagegen 24. Der Hamburger konnte das Match nur zu Beginn offen gestalten und verlor zum 2:4 im ersten Satz erstmals seinen Aufschlag.

Dem Weltranglistendritten Djokovic genügte gegen seinen zwei Plätze schlechter platzierten Gegner eine hochkonzentrierte Leistung ohne große Highlights, um auch im zweiten Satz alles sicher im Griff zu haben. Zverev stabilisierte zwar seinen Aufschlag ein wenig, doch der nahezu fehlerfreie Djokovic nutzte seine Chancen gnadenlos.

Zverev war mit seiner Vorstellung nicht annähernd zufrieden.
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Nach dem Break zum 1:3 zeigte Zverev deutlich seinen Unmut über seine Vorstellung, zerschmetterte seinen Schläger und warf diesen dann ins Publikum. Djokovic spielte unbeeindruckt weiter und verwandelte schließlich den vierten Matchball.

Für Djokovic war es eine späte Revanche für das bis dato einzige Duell im Finale des Masters-Turniers in Rom vor rund 18 Monaten. Das Match war nach exakt einer Stunde vorbei. Für Zverev blieb der Trost, dass er mit dem Halbfinaleinzug am Freitag die erneute Teilnahme bei den ATP World Tour Finals in London fixiert hatte.

Überraschungssieger Coric

Im zweiten Halbfinale konnte sich Federer überraschend nicht durchsetzen. Der 37-jährige Schweizer musste sich im vierten Duell zum zweiten Mal geschlagen geben. Für den 21-jährigen Weltranglisten-19. bedeutete dies die erste Qualifikation für ein Masters-1000-Turnier überhaupt. "Das ist großartig für mich, das habe ich überhaupt nicht erwartet", meinte Coric.

Der Kroate trifft damit am Sonntag (nicht vor 10.30 Uhr MESZ) zum insgesamt dritten Mal auf Djokovic, der die bisherigen beiden Vergleiche (jeweils ebenfalls bei 1000er-Turnieren, jeweils auf Sand) ohne Satzverlust gewonnen hat und mit einem Titel dem rekonvaleszenten Race-Leader Rafael Nadal bis auf 35 Punkte nahe kommen könnte. Der Zweikampf um die Nummer eins per Saisonende geht seinem Höhepunkt entgegen.

Bereits zu Beginn des Tages kam für den letzten Österreich-Beitrag beim vorletzten Masters-1000-Turnier des Jahres das Aus: Oliver Marach und sein kroatischer Partner Mate Pavic mussten sich im Doppel-Halbfinale Lukasz Kubot/Marcelo Melo (POL/BRA-3) mit 2:6,5:7 beugen. (APA, sid, red, 13.10.2018)