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ATAC ist mehrmals unangenehm aufgefallen. Im Mai ist ein Linienbus in Flammen aufgegangen und 20 veraltete Busse gerieten in den letzten Monaten in Brand.

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Rom – Die Römer sind am Sonntag zu einem Referendum über die Zukunft der maroden Nahverkehrsgesellschaft ATAC aufgerufen. Die Einwohner der Ewigen Stadt müssen entscheiden, ob ATAC weiterhin im Monopolregime Roms ein Nahverkehrssystem betreiben oder ob eine Liberalisierung eintreten soll.

Damit die Volksabstimmung gültig ist, müssen sich 33 Prozent der Wahlberechtigten am Referendum beteiligen – das sind knapp 688.000 Wähler. Noch unklar ist, ob das Quorum erreicht werden kann. Da es sich um eine beratende Abstimmung handelt, ist das Referendumsergebnis für Bürgermeisterin Virginia Raggi nicht bindend.

ATAC betreibt Busse, das Straßenbahnnetz, die U-Bahn-Linien A, B und C sowie die Züge in die Vororte. Das Unternehmen hat 11.500 Angestellte und ist einer der großen Arbeitgeber der Stadt. Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung, die mit Raggi an der Spitze seit Juni 2016 die italienische Hauptstadt regiert, stemmt sich gegen die Liberalisierung und will sich weiterhin um eine Sanierung der schwerverschuldeten ATAC, der größten Nahverkehrsgesellschaft Europas, bemühen.

Die Initiatoren des Referendums, die Radikale Partei und die europaorientierte Gruppierung Piu Europa um Ex-Außenministerin Emma Bonino, sehen in der Liberalisierung des Nahverkehrssystems den einzigen Weg, um Rom effizientere Verkehrsmittel zu garantieren. Fahrzeuge und Infrastrukturen gelten als veraltet.

Im Mai war ein Linienbus in unmittelbarer Nähe des Trevi-Brunnens in Flammen aufgegangen und 20 veraltete Busse gerieten in den letzten Monaten in Brand. Im Oktober war ATAC wegen des Einsturzes einer Rolltreppe in einer U-Bahn-Station im Zentrum Roms ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Bei dem Unfall wurden 24 Personen, zum Großteil russische Fußballfans, verletzt. (APA, 10.11.2018)