Das Begräbnis von Konstantinos Katsifas wurde zu einer nationalistischen Kundgebung genutzt.

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Tirana/Athen – Nach der Beerdigung eines von albanischen Polizisten erschossenen ethnischen Griechen in Albanien hat Tirana 52 griechischen Staatsbürgern die erneute Einreise in das Land untersagt. Albaniens stellvertretender Innenminister Aleksander Lleshaj sagte am Freitag, die Personen hätten während der Bestattung des 35-jährigen Mannes "inakzeptables extremistische Verhalten" an den Tag gelegt.

Die 52 Griechen waren Teil von mehreren hundert Griechen, die Konstantinos Katsifas am Donnerstag im Grenzdorf Bularat das letzte Geleit gaben. Sie führten griechische Fahnen mit sich und riefen nationalistische Parolen, darunter "Bularat ist griechisch – Albaner raus" und "Das Blut ruft uns – zündet Albaner an!". Das griechische Außenministerium verlangte eine Erklärung zu der Entscheidung.

Katsifas besaß die albanische und die griechische Staatsbürgerschaft. Am 28. Oktober, dem griechischen Nationalfeiertag, hatte er in Bularat während einer Zeremonie zum Gedenken an die im Zweiten Weltkrieg getöteten griechischen Soldaten mit einem Maschinengewehr in die Luft geschossen. Auf die Versuche der Polizei ihn festzunehmen, folgte eine halbstündige Schießerei, bei der Katsifas tödlich verletzt wurde. (APA, 10.11.2018)