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Ronald Koeman entfachte in den Niederlanden wieder so etwas wie Aufbruchsstimmung.

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Mbappe führt Les Bleus an.

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Rotterdam – Ausgerechnet die Niederlande kann Erzrivale Deutschland am Freitag in die Zweitklassigkeit der Fußball-Nations-League schießen. Dafür muss ein Sieg gegen Weltmeister Frankreich her. Selbst die Finalrunde ist für den WM-Zuschauer noch machbar, die Stimmung rund um die Elftal scheint prächtig wie lange nicht: "Schön, dass das Vertrauen in die Mannschaft wieder da ist", sagte Teamchef Ronald Koeman.

Oranje als Zünglein an der Waage

Noch Anfang des Jahres war die Laune zum Vergessen. Viele Niederländer befürchteten, dass man in der Gruppe mit Frankreich und Deutschland keine Chance habe. Bei einem Sieg gegen das Starensemble um Antoine Griezmann und Kylian Mbappe nun in Rotterdam ist für den aktuellen Gruppen-Zweiten die Finalrunde im Sommer weiter erreichbar – und Deutschland wäre abgestiegen. Koeman ist Realist: "So einfach wird es nicht sein."

Gewinnt Oranje nicht, ist Frankreich Gruppensieger. Die Niederländer blieben bis am kommenden Montag Deutschlands Zünglein an der Waage, ein Remis und sogar eine Niederlage mit bis zu drei Toren Unterschied würde den Weltmeister von 2014 absteigen lassen. Gute Leistungen und positive Resultate unter dem neuen Trainer gaben dem Team Auftrieb, nicht zuletzt das 3:0 gegen die deutsche Mannschaft in Amsterdam im Oktober. "Koeman lässt Oranje wieder ein bisschen strahlen", lobte die Agentur ANP.

Sorgen auf hohem Niveau

Frankreich hat vor dem Prestige-Duell mittelgroße Verletzungssorgen. Paul Pogba, Samuel Umtiti, Anthony Martial und Lucas Hernandez etwa fallen aus. "Wieder einmal muss sich Didier Deschamps anpassen", schrieb die französische Zeitung "Le Parisien". "Der November ist eine Zeit, die für Spieler oft schwierig ist, mit Verletzungen rechts wie links", zeigte Deschamps Verständnis.

Der Pool an Weltklassespielern, unter denen er wählen kann, ist aber noch immer groß. Steven Nzonzi und N'Golo Kante könnten im Verbund Pogbas Lücke schließen. Anstatt Umtiti dürfte Presnel Kimpembe von Paris Saint-Germain verteidigen, und im Sturm steht mit Gladbach-Torjäger Alassane Plea ein gefährlicher Joker erstmals im Aufgebot.

Für Blaise Matuidi, der wohl hinter dem kompletten Sturm Griezmann, Mbappe und Olivier Giroud kurbeln wird, geht es darum, dem "Status als Weltmeister" gerecht zu werden. "Wenn wir im Wettbewerb sind, ändert sich unser Gesicht. Wir wollen alles auf unserem Weg gewinnen", sagte der Juventus-Legionär. Deschamps warnte seine Mannen: Man treffe auf ein Team "mitten in der Erneuerung, voller Sehnsucht und Qualität". (APA, 15.11.2018)