Kevin Hart wird doch nicht die Oscars moderieren.

Foto: Reuters / Andrew Kelly

Los Angeles – Vor zwei Tagen hatte er noch von einem Traumjob gesprochen, nun erklärte er seinen Verzicht: US-Komiker Kevin Hart hat seine Bestellung zum Moderator der Oscar-Verleihung 2019 via Twitter zurückgelegt. Hintergrund ist eine Kontroverse um homophobe Tweets aus den Jahren 2010 und 2011, die Hart am Tag nach dem Bekanntwerden seines Engagements eingeholt hatten.

So hatte der Komiker in einer Reihe versuchter Witze auf Twitter Bezug auf einen Sketch aus dem von ihn geschriebenen Programm "Seriously Funny" genommen, in der seine Figur erklärt, es sei ihre "größte Sorge", dass ihr Sohn schwul sein könnte.

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"Wenn mein Sohn nach Hause kommt und versucht, mit dem Puppenhaus meiner Tochter zu spielen, werde ich es ihm über dem Kopf zerschlagen", schrieb Hart unter anderem. Einem anderen Twitter-User, dem Schauspieler Damien Dante Wayans, warf er vor, sein Accountfoto sehe aus "Wie ein Werbeplakat für Aids".

Hart selbst hatte die Posts mehrfach als sarkastische Übertreibungen verteidigt. Er habe damit nicht versucht, seine Meinung auszudrücken, sondern sich über seine eigenen "Vorurteile und Unsicherheiten" lustig zu machen. In Reaktion auf die Kritik an seinem Oscar-Engagement hatte er via Instagram auch am Donnerstag noch die Scherze verteidigt.

Erst später postete er via Twitter eine Entschuldigung, in der er auch die Oscar-Moderation zurücklegte. Wer nun statt ihm durch die Preisverleihung im Februar führen soll, ist noch nicht klar.

Schon Award-Erfahrung

Der US-Comedian hatte mit Trophäen-Shows dabei eigentlich schon Erfahrung. Zuvor moderierte Hart bereits etwa die MTV Video Music Awards und MTV Movie Awards. Er wäre erst der vierte Afroamerikaner – nach Richard Pryor, Whoopi Goldberg und Chris Rock – gewesen der dieses Amt bekleidet, schreibt das Kinoportal "Deadline.com".

Der dreifache Vater Hart, der seine Karriere als Stand-Up-Comedian in kleinen Clubs begann, war in diesem Jahr mit seiner "Irresponsible Tour" weltweit in großen Arenen unterwegs. Hits wie "Jumanji: Willkommen im Dschungel", "Ride Along", "Der Knastcoach" oder "Central Intelligence" machten ihn zum beliebten Comedy-Star. In der quirligen Spionage-Komödie "Central Intelligence" schlägt er sich in der Rolle des schmächtigen, biederen Buchhalters bestens an der Seite des muskulösen Ex-Wrestler Dwayne "The Rock" Johnson. (red, APA, 7.12.2018)