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Julian Assange bleibt vorerst in der ecuadorianischen Botschaft in London – zumindest wenn es nach seinem Anwalt geht.

Foto: AP / Frank Augstein

London – Ein Anwalt von Wikileaks-Gründer Julian Assange hat laut einem Zeitungsbericht Absprachen über ein Ende von dessen Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London zurückgewiesen. Die Annahme, dass Assange beim Verlassen der Botschaft keine Strafverfolgung befürchten müsse, nur weil die Todesstrafe vom Tisch sei, sei falsch, zitierte die Zeitung "The Telegraph" Barry Pollack.

Der ecuadorianische Präsident Lenín Moreno hatte am Donnerstag in einem Radiointerview erklärt, dass Assange das Gebäude ohne Gefahr für Leib und Leben verlassen könne. Die britische Regierung habe zugesichert, dass der 47-Jährige aufgrund der Gesetzeslage nicht in ein Land ausgeliefert werden könne, in dem sein Leben in Gefahr sei oder ihm die Todesstrafe drohe, sagte Moreno.

Auslieferung an USA befürchtet

Der Australier hatte sich im Juni 2012 in die ecuadorianische Botschaft geflüchtet, um seiner Festnahme und Auslieferung nach Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entgehen. Später stellte die schwedische Justiz ihre Ermittlungen zwar ein, Assange befürchtet jedoch, dass er nach Verlassen des Gebäudes in die USA ausgeliefert werden könnte. Dort droht ihm wegen der Veröffentlichung brisanter Dokumente aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak ein Verfahren wegen Geheimnisverrats.

Auch die britischen Behörden hatten bereits erklärt, ihn festzunehmen – Assange habe durch die Flucht in die Botschaft das Gesetz gebrochen. Dazu sagte Moreno am Donnerstag: "Er muss eine kurze Strafe verbüßen, weil er sich nicht den britischen Behörden gestellt hat. Sie wird nicht lang sein." Ecuador versucht schon seit längerem, das seit über sechs Jahren andauernde Botschaftsasyl des Aktivisten zu beenden. "Jetzt ist der Weg dafür bereitet, dass Assange die Botschaft verlässt", sagte Moreno. (APA, 7.12.2018)