Jürgen Klopp drückt Mohamed Salah, der den entscheidenden Treffer in Liverpool erzielte.

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Alessandro Schöpf vollstreckt.

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Liverpool – Liverpool und Paris Saint-Germain haben am Dienstag in der Fußball-Champions-League die schwierige Gruppe C gemeistert und sind ins Achtelfinale eingezogen. Vorjahresfinalist Liverpool musste beim verdienten Heim-1:0 gegen Napoli bis zuletzt zittern, PSG war beim 4:1-Sieg in Belgrad einigermaßen ungefährdet. Der Aufstieg in die Runde der letzten 16 gelang auch Tottenham, das in Barcelona ein 1:1 holte.

Die Engländer behielten im Vergleich mit dem punktegleichen Inter Mailand aufgrund des direkten Duells die Oberhand. Inter kam zu Hause gegen Eindhoven nicht über ein 1:1 hinaus. Damit geht es mit Napoli und Inter für zwei italienische Vertreter nach verlorenen Entscheidungsspielen im neuen Jahr nur in der Europa League weiter.

Tempofußball an der Anfield Road

An der Anfield Road war bereits der Beginn rasant. Denn bei Liverpool wirbelte der so gefährliche Dreiersturm um Mohamed Salah, Roberto Firmino und Ex-Salzburger Sadio Mane. Salah (7.) bzw. Marek Hamsik auf der Gegenseite (8.) hatten die frühe Führung jeweils auf dem Fuß. Die Engländer versuchten die Italiener mit Powerfußball zu überrollen, Virgil van Dijk war zu motiviert: Nach einem heftigen Tackling gegen den Knöchel von Dries Mertens war der Verteidiger mit einer Gelben Karte noch gut bedient (13.).

David Ospina gegurkt: Mo Salah netzt zum 1:0-Sieg gegen Napoli.
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Liverpools Druck blieb konstant enorm, die Süditaliener wurden zu Fehlern gezwungen: Ein Tor von Mane zählte wegen Abseits richtigerweise nicht (23.), in der 34. Minute war das Goldtor offiziell: Salah ließ Kalidou Koulibaly stehen und traf zwischen die Beine von Goalie David Ospina.

Chancen am Fließband

Napoli wurde nach dem Seitenwechsel gefährlicher, die "Reds" ließen aber wenig Nennenswertes zu – und verpassten ihrerseits öfters die mögliche Vorentscheidung. Ospina hielt den italienischen Vizemeister gegen Salah (74.) und Mane (77.) im Spiel, zusätzlich schossen Van Dijk (Volley/78.) und Mane (87./94.) Großchancen vorbei. In der 92. Minute warf sich Liverpool-Keeper Alisson dem Lucky Punch durch Arkadiusz Milik erfolgreich entgegen.

Als Gruppenerster am kommenden Montag (12 Uhr MEZ) in Nyon wird aber PSG gelost werden. Edinson Cavani rollte den Ball nach prächtiger Vorarbeit von Kylian Mbappe früh zum 1:0 über die Linie (9.). Vor seinem 2:0 dribbelte Neymar quer durch die Belgrader Abwehr (41.). Roter Stern wehrte sich nach Leibeskräften, Marko Gobeljic verkürzte mit sehenswerter Direktabnahme auf 1:2 (56.). Marquinhos köpfelte nach Standard von Angel di Maria wieder eine beruhigende Zweitore-Führung heraus (74.), in der Nachspielzeit traf noch Mbappe zum 4:1-Endstand.

Spurs in Barcelona remis

Tottenham jubelte in Barcelona über ein 1:1 und Schützenhilfe von Eindhoven. Denn die bereits zuvor aus dem Europacup ausgeschiedenen Niederländer holten bei Inter Mailand ein 1:1. Ousmane Dembele traf zwar früh (7.) für eine B-Elf Barcelonas, die anfangs ohne Superstars wie Lionel Messi, Sergio Busquets, Luis Suarez und Gerard Pique auflief. Messi kam zwar in der 64. Minute, sollte aber kein Faktor werden. Zum "Hero" wurde Lucas Moura, der im Finish nach Vorarbeit von Harry Kane den so wichtigen Treffer für Tottenham besorgte (85.).

Dortmund top

Borussia Dortmund holte sich mit einem 2:0 in Monaco den Sieg in der Gruppe A vor Atletico Madrid, das in Brügge nicht über ein 0:0 hinauskam. Bereits zuvor hatte Alessandro Schöpf das Siegtor bei Schalkes 1:0-Heimsieg gegen Lok Moskau beigesteuert. Der Aufstieg der "Königsblauen" aus der Gruppe D hinter Porto war bereits vor der Partie festgestanden. Deshalb waren nur drei Akteure von der 1:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund am Wochenende dabei. Darunter war auch ÖFB-Teamspieler Schöpf, der in einer über weite Strecken tristen Partie spät im Nachschuss traf. Für den 24-jährigen Tiroler war es das erste Champions-League-Tor seiner Karriere. Nicht mitfeiern durfte Guido Burgstaller, der Schalke bekanntlich mit einer Achillessehnen-Blessur länger fehlt.

Im Parallelspiel in Istanbul sahen die Zuschauer beim 3:2 von Porto gleich drei Elfmeter, fünf Tore und ein versöhnliches Ende für die Heimmannschaft – trotz Niederlage. Porto führte 2:0 und 3:1, den Türken gelang jeweils nur der Anschlusstreffer. Sofiane Feghouli traf erst vom Punkt (45.+1) zum 1:2 und hätte in der 67. Minute wieder mit einem Elfmeterversuch zum 3:3 ausgleichen können (67.). "Gala" steigt in die Europa League um, Lok Moskau schied aus. (APA, 11.12.2018)

Gruppe A – 6. Runde:

Club Brügge – Atletico Madrid 0:0 (0:0)

AS Monaco – Borussia Dortmund 0:2 (0:1)
Tore: Guerreiro (15., 88.)

Gruppe B:

FC Barcelona – Tottenham Hotspur 1:1 (1:0)
Tor: Dembele (7.) bzw. Moura (85.)

Inter Mailand – PSV Eindhoven 1:1 (0:1)
Tore: Icardi (73.) bzw. Lozano (13.)

Gruppe C:

Liverpool – SSC Napoli 1:0 (1:0)
Tor: Salah (34.)

Roter Stern Belgrad – Paris St. Germain 1:4 (0:2)
Tore: Gobeljic (56.) bzw. Cavani (10.), Neymar (40.), Marquinhos (74.), Mbappe (92.)

Gruppe D:

Galatasaray Istanbul – FC Porto 2:3 (1:2)
Tore: Feghouli (45.+1/Foulelfmeter), Derdiyok (65.) bzw. Felipe (17.), Marega (42./Foulelfmeter), Oliveira (57.). Anmerkung: Feghouli verschoss einen Elfmeter (67.).

Schalke 04 – Lok Moskau 1:0 (0:0)
Schalke: Schöpf spielte durch/mit Siegtor (91.), ohne Burgstaller (verletzt)