Ein Thailändischer Aktivist kämpft für die Legalisierung von medizinischem Cannabis.

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Bangkok – Thailand steht als erstes asiatisches Land vor der Legalisierung von medizinischem Cannabis. Zwischen heimischen und ausländischen Unternehmen entbrennt unterdessen ein Kampf über die Kontrolle dieses lukrativen Marktes.

Eine Reihe von Firmen aus dem Ausland hat bereits Patentanmeldungen eingereicht. Thailändische Konzerne und Aktivisten fürchten, dass diese Patente Innovationen blockieren und die Cannabis-Forschung in dem Land behindern könnte. "Wir waren sehr geschockt darüber, das ist so, als würden sie Wasser und seine Verwendung patentieren lassen", sagte Chkowan Kitty Chopaka von Highlands Network, eine Interessensgruppe für die Cannabis-Legalisierung in Thailand. Forscher und Bürgernetzwerke drohen Medienberichten zufolge die Regierung zu verklagen, wenn die Patente erteilt werden.

Das thailändische Parlament will die Freigabe von medizinischem Cannabis im Jänner genehmigen. Zu den Firmen, die Geschäfte in Thailand machen wollen, gehören die britische GW Pharmaceuticals und die japanische Otsuka. Sie haben gemeinsam einen Antrag für Marihuana-Patente gestellt. GW Pharma und Otsuka wollten sich dazu nicht äußern. "Bei der Patentanmeldung haben wir bisher keine Fortschritte gesehen, da offenbar viele Menschen gegen einen Eintritt ausländischer Firmen in diesen Markt sind", sagte der Vertreter eines Unternehmens aus dem Ausland.

Erst 1934 verboten

In Thailand wurde Marihuana über Jahrhunderte in der traditionellen Medizin benutzt, bevor es 1934 verboten wurde. Nach Einschätzung von Experten kommen dem Land bei einer Legalisierung einige Faktoren zu Gute – darunter das tropische Klima, das eine günstigere Cannabis-Produktion als etwa in Kanada erlauben würde. "Cannabis ist bereits ein Teil der traditionellen Medizin und wir sollten sichergehen, dass Thailänder die Kontrolle über diese Industrie haben", erklärte Jim Plamondon, Marketingchef beim Cannabis-Unternehmen Thai Cannabis, das auf die Legalisierung wartet, um eine Lizenz zu Verkauf von Cannabis-Produkten zu erhalten.

Unter dem neuen Gesetz soll Marihuana in Thailand als Betäubungsmittel eingestuft werden, dessen Extrakte in der traditionellen thailändischen Medizin eingesetzt werden können und zur Behandlung von Epilepsie, Schmerzen und Übelkeit bei Krebs-Patienten. Zudem soll die Erforschung zum Einsatz bei Parkinson und Alzheimer erlaubt werden. Nach Einschätzung von Experten könnte der weltweite Markt für medizinisches Cannabis bis 2025 mehr als 50 Milliarden Dollar (43,94 Mrd. Euro) schwer sein. (APA/Reuters, 12.12.2018)