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Michael Cohen fasste am Mittwoch vor einem Bundesgericht in New York drei Jahre Haft aus.

Foto: Eduardo Munoz Alvarez/Getty Images/AFP

New York – Michael Cohen, der frühere Anwalt von US-Präsident Donald Trump, ist zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Dieses Strafmaß verhängte am Mittwoch ein Richter in New York, wie US-Medien berichteten.

Verurteilt wurde der 52-Jährige unter anderem wegen Verstößen gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung, Steuerbetrugs und wissentlicher Falschaussagen gegenüber dem US-Kongress.

Der Bundesrichter verhängte eine Strafe von zwei Monaten wegen einer Falschaussage Cohens gegenüber dem Kongress im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu mutmaßlichen russischen Einmischungen in den Wahlkampf 2016. Für einen Verstoß gegen die Gesetze zur Wahlkampffinanzierung im Zusammenhang mit der Stormy-Daniels-Affäre erhielt der 52-Jährige eine Strafe von drei Jahren. Die Strafen laufen parallel. Cohen hatte sich in beiden Fällen schuldig bekannt.

Eine Gerichtszeichnung zeigt Michael Cohen (l.) mit seinem Anwalt Guy Petrillo.
Foto: Reuters/JANE ROSENBERG

Im Zuge der Verhandlungen hat die Muttergesellschaft des "National Enquirer", die American Media Inc, laut Medien außerdem zugegeben, 150.000 US-Dollar an Karen McDougal gezahlt zu haben, und zwar "orchestriert" mit der Trump-Kampagne, damit die Frau nichts Schädigendes über den damaligen Präsidentschaftskandidaten Trump veröffentlichen würde. Im Gegenzug entging das Medienunternehmen der Strafverfolgung.

Cohen war über ein Jahrzehnt einer der engsten Vertrauten Trumps. Dieser hat seinem früheren Anwalt vorgeworfen, Geschichten zu erfinden, um bei der Staatsanwaltschaft "einen Deal herauszuholen". In einem Interview am Dienstag hatte der Präsident den Vorwurf zurückgewiesen, Schweigegeldzahlungen an angebliche Geliebte hätten gegen die Gesetze zur Wahlkampffinanzierung verstoßen.

Folgen für Trump?

Unklar ist, welche Folgen die Verfahren gegen Cohen am Ende für Trump haben werden. Unmittelbar vor der Verkündung des Strafmaßes kündigte der Ex-Anwalt seine Bereitschaft an, weiter mit Ermittlern zusammenzuarbeiten.

Cohen hatte in den vergangenen Monaten zunächst seine Loyalität zu Trump betont. Das änderte sich, als das FBI bei Durchsuchungen von Cohens Hotelzimmer, Büro und Wohnung Dokumente und Akten beschlagnahmte.

Sonderermittler Robert Mueller hatte die Beamten auf Cohen aufmerksam gemacht. Sowohl Mueller als auch der Kongress prüfen, ob es im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Beeinflussung der Präsidentenwahl 2016 durch Russland Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland gegeben hat. Trump wie auch die Regierung in Moskau haben die Vorwürfe zurückgewiesen.

Dass die Justiz eine "deutliche" Haftstrafe anstrebe, gab die Bundesanwaltschaft bereits vor einer Woche bekannt. Die Strafverfolger warfen Cohen vor, über Jahre hinweg aus "persönlicher Gier" gegen eine Reihe von Gesetzen verstoßen zu haben. Seine Macht und seinen Einfluss habe er für "betrügerische Zwecke" eingesetzt, führte Bundesanwalt Robert Khuzami vergangene Woche aus. (APA, Reuters, red, 12.12.2018)