War Manchester-United-Trainer: Jose Mourinho.

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Manchester – Schöne Bescherung für Jose Mourinho: Manchester United hat dem entzauberten "Special One" sechs Tage vor Weihnachten den Laufpass gegeben.

Die Trennung war den Red Devils gerade einmal sieben Zeilen wert. "Manchester United gibt bekannt, dass Manager Jose Mourinho den Klub mit sofortiger Wirkung verlassen hat", hieß es am Montagmorgen auf der Klubwebsite. Das 1:3 beim FC Liverpool am Sonntag hatte den Portugiesen den Job gekostet.

Als Wunschkandidat auf die Nachfolge galt zuletzt Zinedine Zidane, der seit seinem dritten Champions-League-Sieg mit Real Madrid Ende Mai arbeitslos ist. Weil United allerdings bekanntgab, bis Saisonende eine Interimslösung zu suchen, fällt nun ein anderer Name: Mauricio Pochettino, der argentinische Coach von Tottenham Hotspur.

Zunächst soll laut Medienberichten Michael Carrick übernehmen. Der frühere englische Nationalspieler hatte seine Karriere im März nach zwölf Jahren bei United beendet.

Die guten alten Zeiten: "Mou" bei seiner Präsentation als United-Trainer.
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Mit Mourinho ist nach David Moyes und Louis van Gaal auch der dritte Nachfolger am Erbe von Alex Ferguson gescheitert. Manchester bedankte sich bei ihm für zweieinhalb Jahre im Old Trafford, das unter Mourinho nie zum Theater der Träume geworden war – zu bieder ließ er Fußball spielen.

Anfangs immerhin Titel

2016/17 reichte es noch für die Siege im Ligapokal und der Europa League, die vergangene Saison beendete United ohne Titel. Der Rückstand des Tabellenzweiten auf Meister Manchester City: 19 Punkte. Genau so viele liegt United jetzt hinter Jürgen Klopps Liverpool zurück. Die Bilanz ist mit 26 Punkten so schlecht wie seit 1990/91 nicht mehr, der Rückstand auf die ersten vier beträgt elf Punkte.

Mourinho lag mit seinem Star Paul Pogba im Dauerclinch.
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Da half Mourinho auch sein Vertrag bis 2019 mit Option auf eine weitere Saison nicht, zumal das Verhältnis zur Mannschaft als angespannt galt. Mit Weltmeister Paul Pogba, der in Liverpool 90 Minuten auf der Bank schmorte, lag Mourinho gar in offenem Streit. Den Rest kritisierte er am Sonntag als physisch zu schwach und viel zu oft verletzt.

Platz vier als Hoffnung

Alex Ferguson saß an der Anfield Road kopfschüttelnd auf der Tribüne, sein ehemaliger Spieler Gary Neville sagte auf Sky: "Wird Mourinho gehen? Ich glaube, es wird passieren." Mourinho gab sich kleinlaut. "Können wir den Titel holen? Natürlich nicht!", sagte er, "aber wir können immer noch Vierter werden." Platz sechs, den United derzeit hält, werde es "sicher".

Doch damit hinkt er meilenweit hinter den Ansprüchen Uniteds her. Die Liverpool-Fans verspotteten ihn: "Bitte werft Mourinho nicht raus!", sangen sie. Dass United in einem Hotel logierte, das nach der Titanic benannt ist, passte ins Bild.

Bei seiner letzten Entlassung hatte es Mourinho ebenfalls in der Vorweihnachtszeit getroffen: Am 17. Dezember 2015 musste er beim FC Chelsea als amtierender Meister gehen – ebenfalls nach einer Niederlage gegen den Spitzenreiter, damals Leicester City. (sid, 18.12.2018)