Google will den Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen.

Foto: JEENAH MOON / REUTERS

Einen schweren Vorwurf hat vor wenigen Tagen Microsoft-Entwickler Joshua Bakita erhoben: Google habe gezielte Änderungen an Youtube vorgenommen, um andere Browser langsamer zu machen. Genau solche Tricks seien es gewesen, die den Windows-Hersteller schlussendlich dazu gebracht haben, seine eigene Rendering Engine EdgeHTML aufzugeben und stattdessen auf Googles Chromium-Projekt zu wechseln.

Reaktion

Nun meldet sich Google zu Wort, und dort sieht man die Angelegenheit wenig überraschend etwas anders. Jene versteckte – und leere – div-Zeile, die offenbar die Hardwarebeschleunigung der Videodarstellung im Edge ausgehebelt hat, sei unabsichtlich eingefügt worden. Nachdem man über den Bug informiert worden sei, habe man ihn schnell auch wieder bereinigt. Ganz generell füge man keinen Code bei seinen Diensten hinzu, um andere Browser langsamer zu machen. Im Gegenteil arbeite man mit anderen Herstellern über Standardisierungsgremien zusammen, um die Interoperabilität zwischen Browsern zu verbessern.

Bei Microsoft wollte man sich zu dem Thema nicht weiter auslassen. In einem kurzen Statement gegenüber The Verge betont man, dass Google ein "hilfreicher Partner" sei, und man sich schon auf die Kooperation rund künftige Edge-Versionen freue.

Hintergrund

Dass all diese Themen in den vergangen Monaten so kontrovers diskutiert werden, liegt an der aktuellen Entwicklung des Browsermarkts. Hat sich doch Chrome hier mittlerweile eine ziemlich dominante Position erarbeitet. Dadurch befürchten Kritiker, dass Google zu viel Macht hat – und sehen sich darin durch solche Vorfälle bestätigt. (apo, 20.12.2018)