Brian Kolfage sammelt Geld für den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko.

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Im Wahlkampf 2016 war die Sache für Donald Trump noch klar: "Ich werde eine große, große Mauer an unserer südlichen Grenze bauen", sagte er, "und ich werde Mexiko für diese Mauer bezahlen lassen." Seine Kritiker führten damals schon ins Feld, dass Mexiko niemals dafür bezahlen würde. Und nun weigern sich auch die USA, obwohl der Sprücheklopfer im Präsidentensessel sitzt und seine Partei (noch) beide Kongresskammern kontrolliert. Seit Tagen befindet sich das Land im Stillstand, weil Trump sich weigert, einen Haushalt zu unterzeichnen, der keine Finanzierung für die Grenzmauer enthält. Dabei sorgt die restriktive Einwanderungspolitik jetzt schon für scharfe Kritik – vor allem, nachdem nun bereits das zweite Kind in Gewahrsam der US-Grenzschutzbehörden gestorben ist.

Weniger die menschliche als vielmehr die finanzielle Misere bewegte Brian Kolfage zum Handeln. "Es geht darum, dem Volk die Macht zu geben", sagt der US-Veteran über seine Spendenkampagne. Seit Mitte Dezember haben für We The People Will Fund The Wall mehr als 280.000 Menschen über 17 Millionen US-Dollar gespendet. Selbst das sind allerdings erst 0,08 Prozent der Kosten für die Mauer – und zwar einer optimistischen Schätzung des Verteidigungsministeriums zufolge. Juristisch umstritten ist außerdem, ob die Regierung das gespendete Geld überhaupt annehmen darf.

"Koalition der verantwortungsvollen Erwachsenen"

Doch das hält den 37-Jährigen nicht auf, auf dessen Webseite in Großbuchstaben steht: "Schwierige Dinge brauchen lange, unmögliche Dinge ein bisschen länger." Kolfage war als Pilot im Irak stationiert, zuletzt im Jahr 2004. Bei einem Angriff auf seinen Stützpunkt verlor er beide Beine und seine rechte Hand. Seither studierte er Architektur, tourt als Motivationscoach durch die USA und bezeichnet sich selbst als den am schwersten verwundeten Piloten der US-Geschichte, der seine Verletzungen überlebt hat.

Gleichzeitig mit dem Spendenaufruf Kolfages, der sich auf seiner Website mit seiner Frau, seinen zwei Kindern, seinen Prothesen im Camouflage-Stil oder seinem Ferrari zeigt, sorgen übrigens konkurrierende Kampagnen für Aufsehen: Unter anderem ruft eine "Koalition der verantwortungsvollen Erwachsenen" zu Spenden für Leitern und Rolltreppen zur Überwindung der möglicherweise bald entstehenden Mauer auf. Sollte deren Spendenziel nicht erreicht werden, kommen die Gelder einer NGO in Texas zugute, die Rechtshilfe für Flüchtlinge und Migranten anbietet. (Noura Maan, 26.12.2018)