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Jeder vierte Schweizer wurde bereits einmal zwangsvollstreckt.

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Zürich – Schweizer zeigen beim Bezahlen von Rechnungen keine gute Moral. Jede vierte Person in der Schweiz ist bereits einmal betrieben, also zwangsvollstreckt worden, wie eine repräsentative Umfrage des Schweizer Informationsdienstes Comparis zeigt. Besonders schlecht ist die Zahlungsmoral in der Romandie, wo jeder Dritte bereits eine Betreibung erfahren hat.

Stark betroffen von Betreibungen sind Haushalte mit niedrigen Einkommen: Bei Personen, bei denen das Haushaltseinkommen unter 4.000 Franken monatlich liegt, sei gar jeder Zweite schon betrieben worden, wie Comparis in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Betreibungen erscheinen grundsätzlich während fünf Jahren im Betreibungsauszug. Sie können bei der Wohnungssuche, aber auch bei der Kreditaufnahme Probleme bereiten.

Aktuell habe jeder siebente Befragte nach eigenen Angaben einen negativen Eintrag im Betreibungsregister, heißt es weiter. In der Romandie sind es mit 22 Prozent fast doppelt so viele wie in der Deutschschweiz und im Tessin (je zwölf Prozent). Auch in der urbanen Bevölkerung hätten mit 18 Prozent viele Personen einen negativen Eintrag im Betreibungsregister.

Handyrechnungen bleiben liegen

Nur jeder Vierte zahle zudem seine Rechnungen direkt nach Erhalt, heißt es weiter. Die Hälfte der Befragten (56 Prozent) zahle monatlich ihre Rechnungen. Nur knapp 55 Prozent der Befragten hätten für regelmäßige Zahlungen ein Lastschriftverfahren bzw. einen Dauerauftrag eingerichtet. 2,1 Prozent zahlten Rechnungen sogar grundsätzlich erst nach Erhalt einer Mahnung.

Besonders häufig bleiben laut den Angaben Rechnungen von Netzbetreiber und Mobilfunk-Anbietern liegen. 36 Prozent der Bevölkerung hätten deswegen schon Mahnungen oder Zahlungserinnerungen erhalten. Auch Steuerrechnungen (35 Prozent) und Krankenkassenprämien (32 Prozent) werden häufig unpünktlich beglichen. Nur die Miete sei "tabu": Nur 13 Prozent der Befragten zahlten die Miete schon einmal unpünktlich.

Die repräsentative Online-Befragung im Auftrag von Comparis wurde im Oktober 2018 unter 1.047 Personen in allen Regionen der Schweiz durchgeführt. (APA, 27.12.2018)