Fort Brégançon in – aus Sicht Macrons – in jedem Sinne besseren Tagen.

Foto: AP / Claude Paris

Nizza/Paris – Rund 40 Mitglieder der französischen Gelbwesten-Protestbewegung haben am Donnerstag versucht, auf das Gelände der Sommerresidenz von Präsident Emmanuel Macron an der Mittelmeerküste vorzudringen. Sie wurden von Gendarmen daran gehindert, bestätigte Francois Arizzi, Bürgermeister von Bormes-les-Mimosas an der Côte d'Azur, am Freitag.

"Symbolische Aktion"

Arizzi verurteilte die "symbolische Aktion" der Gelbwesten. Diese wollen laut dem Bürgermeister am Samstag erneut zu dem derzeit unbewohnten Anwesen auf einer kleinen Insel vordringen. Fort Brégançon ist die traditionelle Sommerresidenz der französischen Staatschefs. Macron war allerdings in die Kritik geraten, als er im Frühjahr plante, dort um 34.000 Euro einen Privatswimmingpool für sich und Frau Brigitte errichten zu lassen. Später begründete er das mit den hohen Kosten, die der Einsatz von Sicherheitspersonal am Privatstrand jedes Mal verursache.

Für den Samstag und den Jahreswechsel hat die Protestbewegung die Fortsetzung ihrer landesweiten Aktionen angekündigt. Die Bewegung richtete sich ursprünglich gegen hohe Spritpreise und die geplante Ökosteuer auf Diesel. Später mischte sich in den Protest allgemeiner Unmut über Macrons Politik und die schwindende Kaufkraft. Macron wird vorgeworfen, ein "Präsident der Reichen" zu sein.

Zugeständnisse waren nicht genug

Die bisherigen Zugeständnisse der Regierung halten jene aus der Bewegung, die nun immer noch demonstrieren, für unzureichend. Viele fordern weitere Steuersenkungen, Volksabstimmungen nach schweizerischem Vorbild oder auch den Rücktritt Macrons.

In den vergangenen Wochen hatte es teils schwere Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gegeben, auch auf den Pariser Champs-Elysées. Für Silvester sind dort neue Proteste angekündigt. Traditionell läuten tausende Touristen und Einheimische auf dem Prachtboulevard das neue Jahr ein. (APA, 28.12.2018)