Bis auf die AfD sind alle Fraktionen des deutschen Bundestags von dem Hack betroffen.

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Nach dem großangelegten Hackerangriff auf Daten von deutschen Politikern und Prominenten haben Ermittler nach ARD-Informationen die Wohnung eines Mannes in der Stadt Heilbronn in Baden-Württemberg durchsucht. Der 19-Jährige arbeite im IT-Bereich und werde derzeit als Zeuge in den Verfahren geführt, meldeten das ARD-Politikmagazin "Kontraste" und das RBB-Inforadio am Montag. Der Mann bestätigte die Razzia laut "Kontraste". Er sei "über mehrere Stunden befragt worden".

Kontakt mit dem Hacker

Beamte des deutschen Bundeskriminalamts hatten dem Bericht zufolge Sonntagfrüh die Wohnräume und den Hausmüll des Mannes durchsucht und technische Geräte beschlagnahmt. Er stand nach eigener Aussage in Kontakt mit dem Hacker, der für den Datendiebstahl verantwortlich sein soll.

Der Diebstahl persönlicher Daten hunderter deutscher Politiker und Prominenter, darunter zahlreiche Handynummern, und deren Veröffentlichung im Internet waren am Freitag öffentlich bekannt geworden. Links zu den Datensätzen wurden über einen mittlerweile gesperrten Twitter-Account verbreitet.

Grünen-Chef verabschiedet sich aus sozialen Netzen

Als Konsequenz aus dem Datendiebstahl verabschiedet sich der deutsche Grünen-Chef Robert Habeck von Twitter und Facebook. Twitter sei ein "sehr hartes Medium, wo spaltend und polarisierend geredet wird", sagte Habeck am Montag vor einer Vorstandsklausur der Grünen. Das färbe auch auf ihn ab.

Zudem seien private Informationen über Twitter verbreitet worden. Da auch Facebook-Daten ausgelesen worden seien, werde er auch dort seine Aktivitäten einstellen. "Kann sein, dass das ein politischer Fehler ist, weil ich mich der Reichweite und direkten Kommunikation mit doch ziemlich vielen Menschen beraube. Aber ich weiß, dass es ein größerer Fehler wäre, diesen Schritt nicht zu gehen", schrieb Habeck, einer der Hauptbetroffenen des großangelegten Datendiebstahls, auf der Website der Grünen. (APA, AFP, 7.1.2019)