Athen – Griechenland hat seine milliardenschweren Reparationsforderungen an Deutschland während des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Athen bekräftigt. Die Ansprüche der Griechen auf eine Entschädigung für die Besetzung des Landes im Zweiten Weltkrieg blieben bestehen und müssten durch ein kompetentes juristisches Forum in Europa geklärt werden, sagte Präsident Prokopis Pavlopoulos der deutschen Kanzlerin während eines kurzen Treffens am Freitag.

Merkel erklärte, Deutschland sei sich seiner historischen Verantwortung bewusst. Auf die Reparationsforderung ging sie jedoch nicht konkret ein. Deutschland wisse, wie viel Leid es in Griechenland in der Zeit des Nationalsozialismus verursacht habe, und ziehe daraus die Lehre, alles für gute Beziehungen zu Griechenland zu tun und dafür, dass die Länder einander zum gegenseitigen Nutzen unterstützten.

Deutschland lehnt ab

Merkel und die Bundesregierung haben eine höhere Entschädigung Griechenlands für deutsche Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs wiederholt abgelehnt. Die Regierung argumentiert, alle finanziellen Forderungen Griechenlands aus dieser Zeit seien abgegolten. Das gelte auch für etwaige Ansprüche aus einer Zwangsanleihe, die Nazi-Deutschland als Besatzungsmacht dem Land Anfang der 1940er Jahre abgefordert hatte.

1960 hatte Deutschland Griechenland 115 Millionen Mark Entschädigung gezahlt. Das Thema flammte jedoch während der Finanzkrise wieder auf, als viele Griechen Deutschland für die ihrem Land auferlegte harte Sparpolitik verantwortlich machten. (Reuters, 11.1.2019)