Georg Ungefuk, der Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) bei der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt, will die Sicherheitslücken ausfindig machen, die der 20-Jährige nutzen konnte.

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In der Affäre um auf Twitter geleakte Informationen über deutsche Prominente und Politiker hat der "Spiegel" am Freitag neue Details veröffentlicht. Offenbar soll sich der Beschuldigte schon vor seiner aktuellen Verhaftung strafbar gemacht haben. Drei Ermittlungsverfahren sind aktuell gegen ihn bekannt, wobei ihm unter anderem das Ausspähen von Daten, aber auch Beweisfälschung vorgeworfen wird.

Bislang wurde keines der drei Verfahren abgeschlossen, weshalb sämtliche Akten an die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – die die aktuellen Vorwürfe durchleuchtet – weitergegeben wurden, um diese gesammelt zu untersuchen.

Rechtsextreme und islamfeindliche Postings

Laut "Spiegel" lassen die Recherchen zu den Beweggründen den 20-Jährigen aus Mitteldeutschland nicht nur auf einen allgemeinen "Ärger" über die Politik schließen, wie bislang angenommen. Unter seinen zahlreichen Pseudonymen, die teilweise bereits ausgeforscht wurden, hätten sich immer wieder islamfeindliche und rechtsextreme Postings in einschlägigen Foren gefunden. Hetzerische Aussagen wie "islam ist dreck (: wir leben nicht im 6. Jahrhundert" wurden ebenso bekannt wie Beschimpfungen ("linksversiffte Gutmenschen") und eine Vorliebe für rechtsextreme Parteien: "die AfD wird die ganzen Clans nicht wegkriegen, da braucht man die NPD um ordentlich aufzuräumen" oder "so leute jetzt wisst ihr wieso die NSDAP wiederkommen wird".

Der junge Mann hatte über ein inzwischen gesperrtes Twitter-Konto im Dezember umfangreiche persönliche Daten veröffentlicht. Rund 1.000 Politiker, Prominente und Journalisten sind davon betroffen, darunter Politiker aller Bundestagsparteien mit Ausnahme der AfD. (red, 11.1.2019)