Ein Bericht korrigiert bislang bekannte Zahlen über Familientrennungen an der US-Südgrenze nach oben.

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Washington – Die Zahl der Kinder, die an der Südgrenze der USA von ihren illegal eingereisten Angehörigen getrennt wurden, liegt deutlich höher als bisher von der Regierung angegeben. Knapp 3.000 Minderjährige seien von der offiziellen Statistik noch nicht erfasst worden, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des US-Gesundheitsministeriums.

Zuvor waren dem Ministerium nur 2.737 Migrantenkindern bekannt, die im Rahmen der "Nulltoleranzpolitik" von US-Präsident Donald Trump von ihren Eltern oder Begleitern getrennt wurden.

Scharfe Kritik an Regierung

Die bisherigen Zahlen stammten vom Juni 2018, als Trump nach massiven Protesten die erzwungenen Trennungen an der mexikanischen Grenze stoppte. "Allerdings könnten tausende Kinder während eines Zustroms getrennt worden sein, der 2017 einsetzte, vor der Zählung", teilte das Ministerium nun mit. Zudem habe es Probleme bei der Identifizierung mancher Kinder gegeben.

Der Bericht steht im Widerspruch zu früheren Angaben der Regierung, die von einem systematischen Vorgehen bei der erzwungenen Trennung gesprochen hatte. Auch deshalb übten die oppositionellen Demokraten scharfe Kritik an der Regierung. Diese habe die Öffentlichkeit über ihr "abscheuliches" Vorgehen getäuscht, sagte der Abgeordnete Bennie Thompson. (APA, 18.1.2019)