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Imke Wübbenhorst macht Schlagzeilen.

Foto: imago/foto2press

Cloppenburg – Die taktische Stärke von Imke Wübbenhorst dürfte der Konter sein. Die 30-jährige Ex-Bundesligaspielerin trainiert mit dem BV Cloppenburg seit Dezember als erste Frau einen deutschen Oberligaverein – und muss sich deshalb mit sexistischen Kommentaren herumschlagen.

Der "Welt" erzählte sie nun von einer besonders skurrilen Episode. Wübbenhorst sei gefragt worden, ob sie eine Sirene auf dem Kopf trage, damit die Kicker schnell eine Hose anziehen könnten, bevor sie in die Kabine kommt. Die Trainerin darauf: "Natürlich nicht. Ich bin Profi. Ich stelle nach Schwanzlänge auf."

Mit ihrer Schlagfertigkeit schafft es die einstige U19-Europameisterin nun weltweit in die Medien, in den sozialen Netzwerten überschlagen sich User mit Bewunderungsbekundungen.

Dabei schreiben sowohl Medien wie die spanische "AS" als auch zahllose Social-Media-Nutzer die jenseitige Frage fälschlicherweise der "Welt" zu – deren Artikel wohlgemerkt selbst den Titel "Die niveaufreien Fragen an die Trainerin im Männerfußball" trug.

Vom Frauen- zum Männerteam

Wübbenhorst war vor ihrem Engagement als Männer-Cheftrainerin bei dem deutschen Fünftligisten für die Frauenmannschaft verantwortlich. Von 2016 bis 2018 spielte sie selbst noch und gab dabei die Co-Trainerin, mit Saisonstart wurde sie zur Frauen-Cheftrainerin befördert und kam in der zweiten Liga auf Rang sieben.

"Imke Wübbenhorst ist aufgrund ihrer Qualifikation absolut in der Lage, das Team zu trainieren. Da haben wir überhaupt keine Zweifel", sagte Vorstandsmitglied Udo Anfang bei ihrem Wechsel auf die Trainerinnenbank der Herren. Der bisherige Co-Trainer ist nicht mehr dabei, er habe laut Wübbenhorst die Zusammenarbeit mit einer Frau verweigert.

"Machomentalität"

Auch Vereinsboss Herbert Schröder machte sich gegenüber der "Welt" Gedanken über den Sexismus, der Wübbenhorst entgegenschlägt: "Vielleicht hängt es mit der Machomentalität des Mannes zusammen. Die muss man ablegen. Dann erst kommt man zu nüchternen Beurteilungen."

"Der Fußball wird immer männerdominiert bleiben. Auch wenn sich die Gesellschaft weiter verändert", sagt die 30-Jährige selbst. Bei Cloppenburg könnte sie sich mit dem Klassenerhalt jedenfalls ein Denkmal setzen: Der Klub liegt mit 16 Punkten aus 18 Spielen auf dem letzten Tabellenrang. (red, 18.1.2019)