Der ukrainische Ex-Präsident Viktor Janukowitsch wurde am Donnerstag des Hochverrats schuldig gesprochen.

Foto: AP Photo/Pavel Golovkin

Das Strafmaß war zunächst nicht bekannt.

Foto: APA/AFP/GENYA SAVILOV

Kiew – Ein ukrainisches Gericht hat Ex-Präsident Viktor Janukowitsch in Abwesenheit zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 68-Jährige Hochverrat begangen und Beihilfe bei der Führung eines Angriffskrieges geleistet habe, meldeten örtliche Medien am Donnerstag. Die Staatsanwaltschaft hatte 15 Jahre gefordert.

Der Vorwurf der Beihilfe bei der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland wurde fallengelassen. Dafür gab es nach Ansicht des Gerichts keine ausreichenden Beweise.

"Es gibt keinen Zweifel, dass das Gericht unter Druck der jetzigen Regierung gearbeitet hat", sagte einer der Anwälte von Janukowitsch nach der Urteilsverkündung. Diese sei eine PR-Aktion vor den Präsidentschaftswahlen am 31. März und das Gericht eine Parodie. Janukowitsch sollte um jeden Preis verurteilt werden. Er kündigte an, in Berufung zu gehen.

Janukowitsch hatte die Ukraine von 2010 bis zu seinem Sturz nach prowestlichen Protesten im Februar 2014 regiert. Der Prozess wurde in Abwesenheit des Angeklagten seit Mai 2017 geführt. Janukowitsch nahm per Videokonferenz aus seinem russischen Exil teil.

Mehr als 50 hochrangige Zeugen, darunter der aktuelle Staatschef Petro Poroschenko und Ex-Ministerpräsident Arseni Jazenjuk, wurden befragt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es ist das erste Verfahren gegen ein ehemaliges Staatsoberhaupt in der Ukraine. (APA, 24.1.2019)