Die Performance im Video
DER STANDARD

Wien – Mit einer Performance in Wien ist am Donnerstag ein "Zeichen für ein Ende der Gewalt an Frauen" gesetzt worden. 15 Frauen trugen dabei weiße, mit "Blut" verschmierte Gewänder und hatten entsprechend geschminkte Gesichter. "Die Politik muss jetzt handeln", forderten Lena Jäger vom Frauenvolksbegehren, gemeinsam mit dem Österreichischen Frauenring und der Allianz Gewaltfrei Initiator der Aktion.

"Genauso, wie im Sommer 2018 300 Millionen Euro für den Kauf von 15 Hubschraubern bewilligt wurden, erwarten wir, dass von der Regierung ein Zehntel davon in eine breit angelegte bundesweite Kampagne investiert wird, damit die Vereine im Gewaltschutz sowohl auf ihr Angebot als auch auf die Anzeichen von häuslicher Gewalt aufmerksam machen können", betonte Jäger. Das entspreche quasi einem Hubschrauber.

Die Politik müsse jetzt handeln, sagt Lena Jäger vom Frauenvolksbegehren.
Foto: Matthias Cremer

210 Millionen Euro braucht es laut Istanbul-Konvention in Österreich, um Gewalt an Frauen in der Gesellschaft langfristig zu verhindern. "Der Aufbau von Parallelstrukturen ist Geldverschwendung und unnötig", betonten die Aktivistinnen.

Als Beispiel angeführt wurde die Ankündigung eines dreistelligen Frauennotrufs, "ohne vorher mit den Verantwortlichen der jetzt gut funktionierenden Frauen-Helpline zu sprechen". Das sei ein reiner PR-Gag.

Die Aktivistinnen kritisieren außerdem die Ankündigung eines dreistelligen Frauennotrufs.
Foto: Matthias Cremer

Bei der Performance "Stand in with Obra" (One Billion Rising Austria) standen die Frauen zunächst einige Minuten still, dann fielen sie nach einem Knall zu Boden. Verbunden waren sie mit einem roten Band. "Das symbolisiert, dass alle von Gewalt betroffenen Frauen miteinander verbunden sind", erklärte Jäger im Gespräch mit der APA.

Der Verein Obra hat im Bereich Gewaltprävention gearbeitet und will mit Performances die Gesellschaft auf das Thema aufmerksam machen. Ihm wurden die Mittel "durch das Frauenministerium zu 100 Prozent gekürzt", hieß es in einer Presseaussendung.

Mit Performances will man auf das Thema Gewaltprävention aufmerksam machen.
Foto: Matthias Cremer

Die SPÖ zeigte sich in einer Aussendung solidarisch. "Von den ExpertInnen und NGOs liegen gute Vorschläge auf dem Tisch. Diese müssen nun rasch umgesetzt werden", wurde Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner zitiert.

Die SPÖ fordert drei Millionen Euro zusätzlich für den Gewaltschutz, davon zwei Millionen für Fraueneinrichtungen und eine Million für Täterarbeit. Als notwendige Sofortmaßnahmen nannte Brunner unter anderem einen bundesweiten Ausbau von Antigewalttrainings und präventive Arbeit im Bildungssystem. (APA, 24.1.2019)