In manchen Situationen kann die Kommunikation am Smartphone einfacher sein als die direkte, meint App-Erfinderin Verena Meye.

Foto: REUTERS/Vincent West

Die Idee begann vor sechs Jahren zu reifen, als Verena Meye unverhofft alleinerziehend wurde. "Mit Baby im Bauch trennte sich meine Jugendliebe von mir", schreibt die Deutsche in ihrem Blog. Von da an erzogen die beiden zwar getrennt, aber doch irgendwie gemeinsam ein kleines Pendelkind, wie sie es ausdrückt: "Für mein kleines Mädchen wünschte ich mir eine enge Vater-Tochter-Beziehung. Der ständige Kontakt mit dem Vater meiner Tochter ließ aber einen Neuanfang so gut wie gar nicht zu." Das war der ideale Nährboden für das Projekt Pendelkinder-App.

Organisation des getrennten Alltags

Die 37-Jährige machte sich auf die Suche nach einer Kalender-App für die Organisation des Alltags mit der gemeinsamen Tochter – mit dem Anspruch, die Kommunikation auf das Wesentliche beschränken zu können, sie wurde jedoch nicht fündig: "Ich stieß auf einige Familien-Planer mit gemeinsamer Einkaufsliste, Familienfoto-Verwaltung und im Family-Design. Diese Apps sagten mir definitiv nicht zu", so Meye.

Vergangenes Jahr fand sie den Mut, als Alleinerziehende den Sprung in das App-Business zu wagen. Im Pendelkinder-Podcast berichtet sie seitdem von ihren Erfahrungen als Alleinerziehende, aber auch von Fehlentscheidungen und Aha-Momenten während der Trennungsjahre.

Keinen Termin verpassen

Ihre Pendelkinder-App beinhaltet neben einem Kalender weitere Funktionen wie Stundenplan, Kontakte, Aufgabenliste und eine integrierte Uploadfunktion, etwa für den Handzettel aus Kindergarten oder Schule. Mit dem Newsfeed hebt sich die App von anderen Familien-Planern ab. Hier wird genauestens dokumentiert, was in der App bearbeitet, neu hinzugefügt und gelöscht wurde. Diese Dokumentation wird auch als Report zum Downloaden zur Verfügung gestellt. "So kann kein Elternteil 'aus Versehen' einen Termin löschen und sagen, er wisse von nichts", erklärt die Entwicklerin dem STANDARD. Das Ziel: Eine Kommunikationsgrundlage für getrennt erziehende Eltern, um Austausch und Missverständnisse so gering wie möglich zu halten.

In den nächsten zwei Wochen beginnt die offizielle kostenlose Testphase der iOS-App. Meye hofft auf viele Tester, sodass Anzeigefehler und Bugs identifiziert und behoben werden können. Der Launch der App in den Stores soll danach schnellstmöglich starten. (adem, 1.2.2019)