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Das zweite Mal Gewinn – das ist für Tesla keine Selbstverständlichkeit.

Reuters/Blake

Palo Alto – Zumindest einen Teil seiner Versprechen konnte Elon Musk einlösen. Der von ihm geführte US-Elektroautobauer Tesla hat ein weiteres Quartal mit schwarzen Zahlen abgeschlossen. Die weniger erfreuliche Nachricht: Tesal hat weniger verdient als erwartet. In den drei Monaten bis Ende Dezember stand unterm Strich ein Gewinn von 139,5 Millionen Dollar (121,5 Millionen Euro).

Das ist zwar verglichen mit dem Vorjahr, als Tesla noch Verlust machte, ist ein deutlicher Fortschritt, Analysten hatten allerdings mit mehr gerechnet. Einer hat nun einmal offenbar von dem Höllenritt der vergangenen Monate genug: Finanzvorstand Deepak Ahuja wird das Unternehmen verlassen. Anleger reagierten nervös, die Aktie sank im nachbörslichen US-Handel um mehr als fünf Prozent.

Tesla hat bekanntlich so einige Baustellen: Während der Hoffnungsträger Model 3 nun auch China und Europa erobern soll, will man die Kosten stark senken. Mit dem Model 3 ist es allerdings so eine Sache. Es kommt später und später. Doch immerhin es kommt: Hierzulande sollte das Modell nun ab Februar zu haben sein. Und immerhin: Es bleibt begehrt. Angetrieben vom reißenden Absatz des Model 3 stiegen Teslas Erlöse um fast 120 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar.

Minigewinn

Nachdem Tesla im dritten Quartal mit 312 Mio. Dollar seinen bisher höchsten Gewinn erzielt hatte, warnte Musk Mitte Jänner bereits, dass das Ergebnis diesmal geringer ausfallen dürfte. Seit der Unternehmensgründung 2003 hat Tesla bisher überhaupt nur viermal ein Vierteljahr mit einem Überschuss abschließen können. Im laufenden Quartal rechnet Musk nur mit einem "sehr kleinen Nettogewinn".

Doch es wäre nicht Musk, wenn er nicht weiterhin daran glauben würde, dass seine Firma dauerhaft profitabel wird. Planmäßig ginge das so: 2019 zwischen 360.000 und 400.000 Autos ausliefern – das würde einem Wachstum zwischen 45 und 65 Prozent im Jahresvergleich entsprechen – und jedes Quartal schwarze Zahlen liefern. Zum Vergleich: 2018 fiel fast eine Milliarde Dollar Verlust an, 2017 sogar fast zwei Milliarden.

Nach den Strapazen um den Holperstart des Model 3, der Tesla laut Musk kurz vor die Pleite brachte, hat Tesla sich zwar gefangen. Doch es bleiben viele Herausforderungen. "Der Weg vor uns ist sehr schwierig", warnte Musk, als er jüngst ankündigte, sieben Prozent von Teslas Vollzeitstellen zu streichen. Im Brief an die Aktionäre und in einer Konferenzschalte mit Analysten betonte er jetzt erneut, wie wichtig es für das Unternehmen sei, die Kosten zu senken.

Wandelanleihen

Auch Teslas Kapitalausstattung bleibt ein Thema. Im März werden 920 Millionen Dollar an Wandelanleihen fällig, die voll bedient werden müssen, wenn der Aktienkurs bis dahin nicht über die Schwelle von 360 Dollar steigt. Zuletzt lag er mit knapp 309 Dollar deutlich drunter. Immerhin stiegen die liquiden Mittel im Schlussquartal von 3,0 auf 3,7 Milliarden Dollar. Musk macht sich übers Geld ohnehin wenig Sorgen, er teasert stattdessen fleißig neue Produkte wie einen Pick-up-Truck an, der im Sommer erstmals präsentiert werden soll.

Euphorie an der Börse konnte der Tesla-Chef damit nicht auslösen. Anlegern schlug vor allem der Abgang von Finanzvorstand Ahuja aufs Gemüt, der seit 2008 bei Tesla ist, die Firma aber schon einmal zwischen 2015 und 2017 verlassen hatte. Einen genauen Zeitpunkt für den Rücktritt nannte Musk nicht. Zum Nachfolger wurde bereits Stellvertreter Zach Kirkhorn befördert. Für Tesla, das ohnehin von einem Manager-Exodus gebeutelt ist, ist der Verlust schmerzhaft. Ahuja führte das Unternehmen bereits durch einige schwierige Phasen, in denen die Mittel mitunter ausgesprochen knapp waren. (APA, red, 31.1.2019)

Anmerkung: Dieser Artikel wurde korrigiert. Der Tesla Model 3 wird in Österreich ab Februar zu haben sein.