Bournemouth war für die Blues keine Reise wert. Das mussten auch Ruben Loftus-Cheek (li) und Antonio Rüdiger realisieren.

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London – Die englische Premier League hat auch am Mittwoch überraschende Resultate gebracht. Spitzenreiter Liverpool kam daheim gegen Leicester City zu einem 1:1 und liegt damit nur fünf anstelle von sieben Punkten vor Manchester City. Chelsea kassierte in Bournemouth sogar ein 0:4-Debakel und damit die höchste Liganiederlage seit 1996. Es war erst das zweite Mal in der Premier-League-Geschichte, dass die Blues mit vier Toren Unterschied verloren.

Rückschlag für Reds

Tottenham besiegte Watford 2:1, für Ralph Hasenhüttls Southampton gab es ein Heim-1:1 gegen Crystal Palace. Bereits am Dienstag war die Siegesserie von Manchester United mit einem 2:2 gegen Burnley im Old Trafford zu Ende gegangen, zudem verlor Manchester City in Newcastle 1:2. Liverpool konnte den Patzer des zweitplatzierten Titelverteidigers allerdings nicht wirklich nutzen und baute den Vorsprung lediglich um einen Punkt aus.

Zwar begann die Partie an der Anfield Road plangemäß mit dem Führungstor durch Sadio Mane in der dritten Minute. Dann aber besorgte Harry Maguire in der 40. Minute den Ausgleich für die ohne Christian Fuchs angetretenen Gäste, und Liverpool gelang kein Tor mehr.

Ein Treffer von Sadio Mane genügte Liverpool nicht, um Leicester City zu bezwingen.
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Chelsea ging in Bournemouth nach Treffern von Joshua King (47./74.), David Brooks (63.) und Charlie Daniels (90.+5) völlig unter. Mit vier Toren Unterschied hatten die Londoner in der Premier League zuvor nur im September 1996 beim 1:5 gegen Liverpool verloren.

Krisengespräch in Chelsea-Kabine

Knapp eine Stunde lang hielt Trainer Maurizio Sarri seine Mannschaft nach der Partie in der Kabine fest. Sogar die Assistenten des Italieners mussten draußen bleiben. Das Ziel der Aktion: Sarri wollte eine Erklärung für die desaströse Niederlage.

"Ich musste das verstehen", kommentierte Sarri. "Ich wollte mit ihnen alleine sprechen." Der ehemalige Napoli-Coach stellte auch sich selbst infrage: "Vielleicht ist es auch mein Fehler. Vielleicht kann ich sie nicht motivieren." Welche Antworten die Spieler dem Coach am Ende gaben, ist nicht bekannt. Aber zumindest durften alle die Kabine wieder verlassen.

Spurs im Aufwind

Tottenham drehte einen 0:1-Rückstand gegen Watford durch späte Tore von Son Heung-min (80.) und Fernando Llorente (87.) und liegt als Dritter nur noch sieben Zähler hinter Liverpool. Chelsea hingegen rutschte nach dem Debakel in Bournemouth sogar hinter das punktegleiche Arsenal an die fünfte Stelle ab, der Sechste Manchester United ist nur noch zwei Punkte entfernt.

Punkt für Southampton

Am anderen Ende der Tabelle holte Southampton mit Coach Hasenhüttl vor eigenem Publikum gegen den Tabellennachbarn Crystal Palace nach 0:1-Rückstand noch ein 1:1 und baute als 16. den Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz auf vier Punkte aus. (APA, 30.1.2019)