Fahren, fahren, fahren, das war einmal. Stop and go and stop and go, so spielt Verkehr sich heute ab. Vor allem für Automobilisten. Vom täglichen Stau kann mittlerweile jeder Bezirkshauptstädter ein Lied singen. Zu ebener Erd ist es eben eng. Keine besonders aufregende Erkenntnis, werden Sie jetzt sagen. Stimmt schon. Aber sagen muss man es doch. Schon deswegen, weil man doch gerne unter den Tisch kehrt, dass automobile Freiheit ihren Preis hat. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Das böse Wort Umweltbelastung muss hier stehen.

Und das ist schon eines der Stichworte, wenn es um die Zukunft der Mobilität geht. Grundsätzlich darf man sich da so einiges erwarten. In manchen Belangen hat die Zukunft auch schon begonnen. Als zartes Pflänzchen aber doch. Es geht um die Frage von Preis und Wert. Die letzten 100 Jahre seit der Industrialisierung hatte das Treibhausgas CO2 keinen Preis. Die Auswirkungen auf die Umwelt? Kein großes Thema. Das hat sich geändert. Autos müssen sauberer werden. Wer viel Schmutz macht, zahlt mehr, Punkt. Und was Fahrverbote betrifft: Sie sind nur eine Frage der Zeit – auch in Österreich.

Viele Verkehrskonzepte sind heute wie Schwarz-Weiß-Fernsehen. Einen Blick auf die Zukunft kann man hier durch die Hyperloop-Röhre erhaschen.
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Aber jetzt kommt's: Was mehr kostet, ist uns mehr wert. Deswegen werden wir Verkehr intelligenter organisieren. Mehr teilen statt besitzen, zum großen Auto kommen kleinere Gefährte, Fahrrad, elektrische Spuckerln für einen oder zwei Insassen. Zugegeben: Die Anfänge sind holprig. Carsharing auf dem Land? Gibt es da und dort – in Ansätzen. Praktikabel reisen kann man damit nicht. Schicke öffentliche Standorte, an denen das E-Auto geladen oder das Fahrrad ausgeborgt wird, um dann für die Rückreise gemütlich die Bahn zu nutzen, wunderschönes Konzept. Bis es sich durchsetzt, fließt noch viel Wasser die Mur hinunter. Je höher der Preis der individuellen Mobilität, umso flotter und kreativer werden wir bei der Erfindung von Businessmodellen und Geschäftsideen sein.

Und damit zurück zur individuellen Mobilität, wie sie den meisten von uns sehr vertraut ist: zum Auto. Es befindet sich gerade in einer seiner größten Umbruchphasen. Zum einen wird es zum Supercomputer aufgerüstet, zum anderen findet gerade der Wandel der Antriebssysteme statt.

Selbstfahrende Autos

Die Zukunft des Automobils ist daher nicht in allen Bereichen ganz einfach vorauszusagen. Was sicher ist: Autos werden bald selbst fahren. Was durchaus gesund ist. Auch wenn jetzt noch Unfälle mit autonom steuernden Autos passieren, die recht prominent besprochen werden: Der Individualverkehr wird mit zunehmender Dichte an selbstfahrenden Autos sicherer. Die Fahrzeuge werden untereinander kommunizieren und sich frühzeitig auf Gefahren und auch Staus hinweisen.

Dass mit den autonom fahrenden Autos der Verkehr geringer wird, darf man getrost anzweifeln.
Foto: Daimler AG

Dass mit den autonom fahrenden Autos der Verkehr geringer wird, darf man aber getrost anzweifeln. Immerhin kann dann auf einmal jeder überall hinfahren, egal ob sturzbetrunken oder überhaupt im Besitz einer Fahrerlaubnis. Zudem wird die Anzahl der Personen, die in einem fahrenden Auto sitzen, im Schnitt von jetzt eh schon fast nur mehr eins auf unter eins absinken.

Was die Antriebe angeht, ist noch nicht absehbar, ob einer neuen Technologie der Durchbruch gelingen wird oder, was wahrscheinlicher ist, mehrere Antriebe nebeneinander existieren werden. Im Moment schaut es stark danach aus, dass die batterieelektrischen Autos stark an Bedeutung gewinnen werden, aber sollte demnächst jemand einen günstigen und unweltfreundlichen Spritersatz finden oder Wasserstoff günstig herstellen können, werden die Karten gleich wieder neu gemischt. Was aber klar ist: Die Emissionen beim Fahren werden immer weiter abnehmen.

Lufttaxis als neues Spielzeug? Die ersten werden testweise ausprobiert.
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Deswegen bleibt der Wunsch mancher Verkehrsplaner nach einem Rückgang der individuellen Mobilität ein Traum. Das wiederum eröffnet neuen Mobilitätsteilnehmern ein schönes Spielfeld. Es gibt da viel Luft nach oben. Verkehr wird dreidimensional. Die ersten Flugdrohnen werden derzeit – noch von wohlhabenden Managern, die mit Sondergenehmigungen zur Arbeit fliegen – in China ausprobiert. Riecht nach wenig demokratischer Fortbewegung. Als Taxi der Zukunft sind die Luftikusse durchaus nützlich. Dann wäre da noch der Hyperloop. Ein vielversprechendes Konzept: Die Röhre für den superschnellen Transport könnte viele Passagiere transportieren. Die Idee fasziniert. Ob sie aber erfolgreich umgesetzt wird und zu einer Generation Rohrpost führt oder ein Rohrkrepierer wird, steht noch in den Sternen. (Regina Bruckner, Guido Gluschitsch, 9.2.2019)