Wieder voll im Geschäft; Manchester City.

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Manchester/Liverpool – Das Meisterschaftsrennen in der englischen Fußball-Premier-League ist plötzlich wieder völlig offen. Titelverteidiger Manchester City liegt mit einem Spiel mehr als Liverpool punktegleich an der Tabellenspitze und hat das Momentum für sich. "Es fühlt sich gut an, zurück im Rennen zu sein", sagte City-Akteur Bernardo Silva vor dem schwierigen Heimspiel am Sonntag gegen den Vierten Chelsea.

Dabei hatten der Portugiese und seine Teamkollegen angesichts von zeitweise neun (Dezember) und fünf Punkten (Anfang Februar) Rückstand die Entthronung schon vor Augen gehabt. "Vor wenigen Tagen dachten wir, die Meisterschaft wäre verloren. Wir werden nun alles tun, um alle verbleibenden Spiele zu gewinnen", sagte Silva. Sein Trainer Josep Guardiola erwartet gegen Chelsea einen "riesigen Test". Silva ist siegessicher: "Wir sind noch immer der Meister und wissen, was wir fürs Gewinnen tun müssen."

Liverpool will cool bleiben

Im Liverpool-Dunstkreis tauchen hingegen langsam Zweifel auf, ob die Mannschaft von Jürgen Klopp dem Druck des Titelkampfs gewachsen ist. Klopp selbst gab nach zwei 1:1-Remis gegen Leicester City und West Ham zuletzt garstige Interviews. Keeper Alisson kalmierte vor dem Pflicht-Heimsieg gegen Tabellenmittelständler Bournemouth am Samstag. "Unser Druck ist der gleiche", sagte der Brasilianer. "Wir nehmen die Spiele wie sie kommen und ohne Sorge, was unsere Gegner machen."

Man schaue nicht auf City, so Alisson. Der Glaube an den ersten Meistertitel seit 1989/90 sei ungebrochen. "Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir gut genug sind und werden das in den nächsten Spielen beweisen." Bournemouth war zuletzt keine Hürde, die drei jüngsten Duelle wurden mit dem Torverhältnis von 11:0 gewonnen.

Mit fünf Punkten Rückstand auf die beiden Leader bleibt Tottenham ein gefährlicher Außenseiter. Die Nordlondoner verschmerzen den Ausfall ihres Torjägers Harry Kane bisher überraschend gut und gingen zuletzt dreimal in Folge mit einem Tor mehr vom Feld. Am Sonntag gastiert Leicester City bei den "Spurs", die seit 29 Spielen ohne Remis (Premier-League-Rekord) sind. Dahinter könnte der unter Ole Gunnar Solskjaer ungeschlagene Rekordmeister Manchester United mit einem Sieg in Fulham die 26. Runde eröffnen und – zumindest zeitweise – an Chelsea vorbeiziehen.

Southampton mit Trainer Ralph Hasenhüttl hat in den letzten fünf Meisterschaftsrunden nicht verloren. Im Kampf um den Ligaverbleib steigt am Samstag gegen den Tabellen-18. Cardiff eine immens wichtige Partie. Bei Hasenhüttls Debüt verloren die "Saints" in Wales noch 0:1 und waren 19., zwei Monate später steht Southampton als 16. wesentlich besser da. Mit einem Heimsieg würde der Abstand auf Cardiff auf fünf Punkte anwachsen. (APA; 8.2.2019)