Die US Army ist auf der Suche nach einer neuen Standardwaffe für ihre Bodentruppen. Sowohl für das Sturmgewehr Colt M4 als auch für das leichte Maschinengewehr FNH M249 wird ein Nachfolger gesucht. Ein einzelnes Modell soll die beiden über Jahrzehnte genutzten Waffen ablösen.

Für das neue Kampfequipment hat man beim Armament Research, Development and Engineering Center (Ardec) in New Jersey auch schon genaue Anforderungen parat, die der künftige Hersteller erfüllen soll. Man möchte eine Hightechwaffe, ein "iPhone des Todes", wie "Task & Purpose" und "National Interest" berichten.

Computer und Sensoren

"Stellen Sie sich vor, wie Steve Jobs und seine Techniker den iPod Touch zum ersten 3G-iPhone gemacht haben", so ein Projektmanager der Army. "Es gab tausende Technologien, die sie hätten integrieren können, aber sie haben sich dazu entschieden, die Plattform zuerst ausreifen zu lassen."

Eine Konzeptgrafik für die neue Waffe.
Foto: US Army

Die neue Waffe soll elektronisch aufgewertet werden, um vor allem auf größere Distanzen größere Treffergenauigkeit zu ermöglichen. Die Rede ist von einem integrierten, gegen Cyberattacken abgesicherten Prozessor in Kombination mit einer laserbasierten Distanzmessung. Zudem könnten Sensoren integriert werden, die Umgebungsbedingungen wie die Windgeschwindigkeit erfassen können.

Genau auf bis zu 600 Meter

Angestrebt wird, dass Soldaten sich künftig beim Blick durch das Visier auf den roten Punkt am Ziel verlassen können und nicht mehr selbst die Ausrichtung ihrer Waffe an die Entfernung zum Ziel ausrichten müssen. Die Berechnung der ballistischen Flugkurve soll schon im Vorfeld der Computer übernehmen.

Die neue Waffe soll unter anderem die hier abgebildete M4 ersetzen. Hersteller Colt Defense hat 2015 Insolvenz angemeldet.
Foto: AP

Bis auf 600 Meter soll das neue Gewehr stets "präzise" sein, weil das Visier nicht statisch ist, sondern dynamisch anzeigt, wo ein Schuss einschlagen wird. Auf bis zu 1,2 Kilometer soll es den Soldaten zumindest helfen, ihre Treffergenauigkeit zu erhöhen.

Mit 6,8-Millimeter-Munition anstelle der bisherigen 5,56-Millimeter-Patronen will man das Gewehr zudem durchschlagskräftiger machen. Die auch dadurch bedingte höhere Lautstärke will man mit einem integrierten Schalldämpfer kompensieren.

Soll 2022 erstmals ausgeliefert werden

In der ersten Version möchte man einen "holistischen" Zugang wählen und sich auf die Grundfunktionen konzentrieren. Die Waffe soll als eine Art Plattform gestaltet sein, die sich mit der Zeit ausbauen lässt, "so wie das iPhone".

Mehrere Protoypen sollen laut Plan bereits im kommenden Sommer getestet werden. Die Ausgabe erster fertiger Modelle an die Truppen soll spätestens Ende des Budgetjahrs 2022 erfolgen. Bis 2025 möchte man die M249 komplett ersetzt haben. (red, 13.2.2019)