Straßburg – Die EU-Kommission hat Saudi-Arabien, Panama und Nigeria auf ihre Schwarze Liste von Geldwäschesündern gesetzt. Darauf werden Länder aufgeführt, denen lasche Kontrollen im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung vorgeworfen werden. Ingesamt werden hier nun 23 Staaten und Territorien aufgelistet, wie die EU-Kommission am Mittwoch mitteilte. Die Bundesregierung begrüßte die Entscheidung der Brüsseler Behörde. Das Finanzministerium habe sich "nicht dafür eingesetzt, dass bestimmte Länder nicht auf diese Liste kommen", sagte ein Ministeriumssprecher.

Aus anderen EU-Ländern kam dagegen Kritik. Sie sind um ihre Wirtschaftsbeziehungen zu den aufgeführten Staaten besorgt – insbesondere zu Saudi-Arabien. Neben dem Reputationsschaden, der mit einer Nennung verbunden ist, werden damit auch die Finanzbeziehungen komplizierter. So müssen Geldinstitute in der EU Zahlungen an Geschäftspartner in solchen Ländern viel strenger kontrollieren.

Die EU-Kommission setzte zudem Libyen, Botswana, Ghana, Samoa und die Bahamas auf ihre überarbeitete Schwarze Liste. Auch die vier US-Territorien American Samoa, Virgin Islands, Puerto Rico und Guam kamen hinzu. Genannt werden ferner Afghanistan, Nordkorea, Äthiopien, Iran, Irak, Pakistan, Sri Lanka, Syrien, Tunesien, Yemen sowie Trinidad und Tobago.

Die 28 EU-Länder haben nun einen Monat Zeit, die Liste anzunehmen. Der Zeitraum kann auf zwei Monate verlängert werden. EU-Justizkommissarin Vera Jourova äußerte sich zuversichtlich, dass die Mitgliedsstaaten die Liste nicht blockieren werden. (Reuters, 13.2.20199