Huawei stellt sich weiterhin gegen Spionagevorwürfe.

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Auf das Geschäft in Österreich haben die Spionagevorwürfe gegen den chinesischen Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei kaum Auswirkungen. Seine Handys verkaufen sich gut, und alle drei großen Mobilfunker sehen keinen Grund, mit dem Unternehmen zu brechen. Trotzdem ist es auch hierzulande im Krisenmodus. Am Donnerstag lud Huawei zu einer Pressekonferenz, die für schönes Wetter sorgen sollte.

Keine Beweise

Die Botschaft: Die Vorwürfe seien unbegründet und Teil des Handelskriegs zwischen den USA und China. Und es gebe keine Spionage. "Huawei wird seit Jahren beschuldigt, nie wurde auch nur ein Beweis erbracht", sagte Österreich-Chef Pan Yao. Auch wurde betont, dass das Unternehmen in Österreich investiert und rund 100 Jobs geschaffen habe.

"Die wirtschaftlichen Spannungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt haben seit 2017 deutlich zugenommen – und zwar vorwiegend wegen der Vorgehensweise eines Präsidenten, der aus einem Land stammt, das früher als Vorkämpfer für die transnationale Zusammenarbeit in Handel und Wirtschaft galt", sagte Simon Lacey, Vizepräsident für "Global Government Affairs". Er übte damit indirekt Kritik an US-Präsident Donald Trump.

Zusammenarbeit mit der KP

Zwar arbeite das Unternehmen mit der Kommunistischen Partei zusammen, aber nicht mit der chinesischen Armee oder Geheimdiensten. Zwar war der Huawei-Gründer beim Militär, aber man sei ein ziviles Unternehmen, hieß es bei der Pressekonferenz. Auch sei das Unternehmen vom Nachrichtendienstgesetz der Volksrepublik China ausgeschlossen, heißt es unter Berufung auf die Regierung in Peking.

Das Gesetz sieht vor, dass chinesische Geheimdienste "von den zuständigen Organen, Organisationen und Bürgern die erforderliche Unterstützung, Hilfe und Zusammenarbeit verlangen" können. Trotzdem wird die Regelung als Möglichkeit der Regierung in Peking gesehen, auf Geräte von Huawei zugreifen zu können.

Die Rolle der kommunistischen Partei sei am besten mit jener von Gewerkschaften zu vergleichen. Einmischungen in Entscheidungen der Unternehmensführung gebe es nicht.

Sorge um mögliche Hintertür

Vor allem auf Betreiben der USA stuften mehrere Länder Huawei zuletzt als potenzielle Gefahr für die Cybersicherheit ein. Sie befürchten, dass Huawei in die Systeme eine Hintertür einbauen könnte, über die der chinesische Staat Zugang zu geheimen Informationen bekommen könnte.

Obwohl die USA starken Druck aufbauen, können viele Staaten Huawei nicht einfach ausschließen. Das Unternehmen ist bei Mobilfunktechnologie führend – auch beim Aufbau von 5G-Mobilfunknetzen, die den Grundstein für diverse Zukunftstechnologien legen sollen.

Telekom-Austria-Chef Thomas Arnoldner etwa sagte am Dienstag, im Sinne der Risikostreuung sei es gut, wenn man eine Auswahl zwischen mehreren Lieferanten habe. Man könne chinesische Anbieter nicht komplett aus der Lieferkette ausschließen – auch werde die Diskussion "verkürzt" geführt. Bei jeder Lieferantenentscheidung gehe es um kommerzielle und technische Aspekte und auch um die Verlässlichkeit der Lieferkette.

Huawei erzielte hierzulande im vergangenen Jahr einen Umsatz von 255,6 Millionen Euro. Der Marktanteil bei den Smartphones lag im Dezember 2018 bei 30,7 Prozent, das sind sechs Prozent mehr als im Dezember 2017. (sum, 21.2.2019)